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Kein Platz für Hausbesetzer

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28 Aktionisten hatten sich für einen längeren Aufenthalt eingerichtet.
28 Aktionisten hatten sich für einen längeren Aufenthalt eingerichtet. © Roman Grösser

Mit der Räumung endet die Besetzung eines Hauses in der Heidelberger Straße. Die 28 jungen Leute hatten das leerstehende Gebäude in der Nacht zum Samstag in Beschlag genommen, um auf den Wohnungsleerstand in der Stadt aufmerksam zu machen.

Mit der Räumung und Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung endete am Samstagabend die Besetzung des Hauses Heidelberger Straße 148. Zuvor hatte die Polizei die 28 jungen Leute, die in der Nacht zum Samstag das leerstehende Gebäude in der Nähe der Radrennbahn in Beschlag genommen hatten, aus dem Haus ins Polizeipräsidium gebracht. Mit der Aktion wollten die Hausbesetzer vor allem auf den Wohnungsleerstand in der Stadt aufmerksam machen, „neuen Wohnraum erschließen, einen Raum für alternative Kultur und politische Arbeit schaffen“, wie sie in ihrem Internet-Blog schreiben.

Seit geraumer Zeit steht das frühere Übergangswohnheim für Flüchtlinge leer. Am Samstagmorgen hingen an Wänden Transparente mit der Aufschrift „besetzt“. Fenster und Balkontüren waren mit Holzverschlägen vom Dachboden verstellt, um einen Zugang zu verhindern.

Am Vormittag hatten Wohnungsdezernent Jochen Partsch (Grüne) und Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) mit den Besetzern verhandelt. Die Stadträte boten an, keine Anzeige zu erstatten, wenn das Haus bis 15 Uhr verlassen würde.

Einen weiteren Aufenthalt der Besetzer wollten die Stadträte nicht dulden, um Verkaufsverhandlungen nicht zu gefährden. Somit erstattete die Stadt Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. „Unseren Aufforderungen, das Gebäude freiwillig zu verlassen, fanden kein Gehör“, erklärte Polizeidirektor Helmut Biegi. Daraufhin brachen Polizisten die Haustüren auf.

Offenbar hatten sich die Hausbesetzer auf einen längeren Aufenthalt eingestellt. In einigen Räumen lagen Matratzen, im Keller waren Lebensmittel gelagert. Gegen 17 Uhr brachten Polizeibeamte die 28 Aktionisten aus dem Haus.

Bereits im Juni hatte die Gruppe ein Haus in der Neckarstraße kurzzeitig besetzt, es aber freiwillig geräumt. Zwei Wochen später hatten sich die Hausbesetzer mit Partsch zu einem Gespräch getroffen. Der Stadtrat hatte ihnen zugesagt, mittelfristig sei Unterstützung möglich, wenn die jungen Leute ein Konzept für ein alternatives Projekt vorlegten.

Stadt will Haus verkaufen

Darauf sind die Hausbesetzer nicht eingegangen. Die Unterredung habe keine Ergebnisse gebracht, schreiben sie im Internet. Die Wohnungssituation in Darmstadt habe sich seither nicht verändert, zwölf Prozent der Räume stünden leer. In „Prestigeobjekte“ wie das Darmstadtium werde investiert, während Kultureinrichtungen und Jugendzentren mit weniger Geld auskommen müssten.

Das Haus Heidelberger Straße gehöre der Stadt, bestätigte Baudezernent Wenzel. Es solle saniert werden. Kaufangebote lägen vor. Die Stadt ist Eigentümerin von 900 Wohnungen. Davon stünden zehn Prozent leer, sagte Wenzel. „Diese Wohnungen sind sanierungsbedürftig. Oft fehlt sogar eine Heizung“, begründete er den Leerstand. Wenzel nannte wirtschaftliche Gründe dafür, dass die Gebäude noch nicht renoviert worden sind. ( rf)

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