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Als Andy Warhol nach Darmstadt kam

Kein Lächeln, aber Charisma

Kaum ein Darmstädter weiß das noch, mein Fotograf Werner Kumpf. Deshalb zeigt er nun seine Bilder von dem Tag, an dem Pop-Art-Ikone Andy Warhol das Hessische Landesmuseum besuchte.

Von Astrid Ludwig

Er kam und blieb sechs Stunden lang. Was die wenigsten wissen: 1971 besuchte die Pop-Art-Ikone Andy Warhol das Hessische Landesmuseum. "Sein Besuch war etwas Besonderes. Ich war damals sehr aufgeregt", erinnert sich Werner Kumpf, zu dieser Zeit Fotograf des Landesmuseums. Kumpf hat den amerikanischen Künstler auf dem Weg durch die Museumsräume mit der Kamera begleitet. Seine Fotos zeigt er nun erstmals in einer Ausstellung. Die wird vom 1. Juli bis 1. August in der kleinen Galerie im Weißen Turm in der Fußgängerzone zu sehen sein.

Warhol ließ keinen Raum aus

Kumpf kann sich noch gut an den Tag erinnern: Warhol kam mit einem ganzen Tross an Mitarbeitern und Begleitern. "Er war unnahbar und doch irgendwie auch nicht. Er hat kaum gelächelt. Er hatte so ein Charisma an sich", erzählt der heute 76-Jährige.

In zwei Räumen des Landesmuseums waren 1971 insgesamt 27 Werke des Pop-Art-Künstlers ausgestellt. Sie stammten aus dem Besitz des Kunstsammlers Karl Ströher, der auch Joseph Beuys ins Landesmuseum holte. "Die Pop-Art-Ausstellung in Darmstadt war eine Sensation", erinnert sich Kumpf. Ströher hatte die Werke in den USA von einem Taxiunternehmer erworben.

Warhol war sehr interessiert. Im Landesmuseum ließ er keinen Raum aus, betrachtete alle Werke eingehend. Bei den Altartafeln habe er sich sehr lange aufgehalten und war in sich versunken, so Kumpf. Ebenso in der Gemäldegalerie.

Besonders angetan hatte es Warhol ein Werk von Domenico Zampieri, einen Maler, der von 1581 bis 1641 lebte. "Das wollte er unbedingt kaufen. Der Preis war egal, er hatte ja Geld. Er konnte gar nicht verstehen, dass er dieses Bild nicht haben konnte", erinnert sich der Darmstädter Fotograf. Warhol selbst hat zwei Sätze mit Kumpf gewechselt: "Er hat meine Kamera gelobt." Seit zwölf Jahren betreut Kumpf die Galerie im Weißen Turm. "Von den 140000 Darmstädtern wissen vielleicht 1000, dass Warhol damals hier war." Deshalb hat er aus seinem privaten Fotoarchiv die alten Bilder herausgesucht.

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