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Kein Kranz für Olbrich

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Von: Andreas Hartmann

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Der 150. Geburtstag des weltberühmten Architekten wird in der Stadt, die ihm ihren Ruf als Jugendstil-Zentrum verdankt, nur online gefeiert.

Er war der Architekt, der Darmstadts Wahrzeichen, den Hochzeitsturm erbaute und auch sonst das Stadtbild prägte: Joseph Maria Olbrich hatte noch viele Pläne für die Stadt, als er 1908 im Alter von nur 40 Jahren starb. Hier liegt der berühmte Jugendstil-Baumeister, der aus dem mährischen Troppau (heute Opava) stammte, auch auf dem Alten Friedhof begraben. Darmstadt trauerte.

Am morgigen Freitag, 22. Dezember, wäre Olbrich 150 Jahre alt geworden – gefeiert wird dieses Jubiläum aber nicht in dieser Welt, sondern allein virtuell. Es werde kein Kranz am Grab niedergelegt, sagte die städtische Pressestelle auf FR-Anfrage. Einen Gedenkakt gibt es ebenfalls nicht.

Das erstaunt doch: Immerhin stehen die heute noch erhaltenen Gebäude Olbrichs im Zentrum der Bewerbung Darmstadts um einen Titel als Welterbe, wie das Institut Mathildenhöhe selbst noch einmal anlässlich des 150. Geburtstags in einer Mitteilung betont.

Immerhin probt das Institut eine große Social-Media-Aktion in Erinnerung an Olbrich. Morgen, am Geburtstag, will es von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends zwölf Stunden lang auf Facebook, Twitter und Instagram stündlich jeweils eines der heute noch erhaltenen Gebäude von Olbrich präsentieren. Jeder Post beinhaltet ein Foto des Bauwerks und eine dazu passende überraschende Tatsache. Mit dem „digitalen Event“ wolle man Olbrichs außerordentliches Wirken auf der Mathildenhöhe und seinen Einfluss auf die Entwicklung der Moderne international sichtbar machen.

Dazu läuft ein Gewinnspiel; wer Glück hat, dem winken ein Olbrich-Katalog im guten alten Papierformat inklusive zweier Freikarten in das Museum Künstlerkolonie, in dem viele Werke von Olbrich zu sehen sind.

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