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Kehrtwende beim Darmbach

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Ein Bach, der offen durch Darmstadt plätschert, statt durch das Kanalnetz zu laufen - vor Jahren war dieses Projekt gestoppt worden. Jetzt beschließt der Darmstädter Bauausschuss, die Planung wieder aufzunehmen.

Am Ende wird es doch so kommen: Durch das Zentrum der Großstadt und Wissenschaftsstadt plätschert ein Bächlein, zumindest dann, wenn es genug Wasser hat. Vor fünf Jahren war das Vorhaben, dies so umzusetzen, gestoppt worden. Damals hatten sich alle Parteien dagegen ausgesprochen. Nun folgt die Kehrtwende: Die Planungen werden wieder aufgenommen. Der Darmbach soll vom Kanalnetz abgekoppelt und offen durch die Stadt geführt werden; wie, soll zum einen abschnittsweise und zum anderen in „Planungsalternativen“ aufgezeigt werden.

Nach dem Magistrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung auch der Bauausschuss dafür stark gemacht. Für die Offenlegung stimmten – gemäß ihrer Koalitionsvereinbarung – CDU und Grüne, außerdem Uffbasse und die Linke. Die SPD enthielt sich bei der Abstimmung. Nur Erich Bauer (Uwiga) votierte dagegen.

Bauer begründete seine Ablehnung mit den finanziellen Konsequenzen für die Bürger. Zwar ermöglicht die Abkopplung des Darmbachs vom Kanalnetz Einsparungen im städtischen Haushalt. Doch zugleich steigen die Abwassergebühren. „Die Kosten werden also auf alle umgelegt“, sagte Bauer – eine Kritik, die auch die IG Abwasser geäußert hat.

Haushalt würde entlastet

Die finanziellen Konsequenzen sind es aber auch, die die Befürworter ins Feld führen. Hatten sie seinerzeit noch mit der Verschönerung des Stadtbilds argumentiert und damit, dass dann Kinder sogar im Zentrum am Wasser spielen können, geht es ihnen nun ums Geld. Nach den letzten Kommunalwahlen, die zur Koalition von Grünen und CDU führten, beauftragte das Parlament den Magistrat, die Kosten und Einsparungen des Projekts exakt aufzuschlüsseln.

Diese Rechnung wurde im November vorgelegt. Danach würde der Bau des neuen Darmbachs rund 7,12 Millionen Euro kosten – ein offenes Bachbett von der Rudolf-Mueller-Anlage bis zum Herrngarten sowie ein eigenes, vom Kanalnetz unabhängiges Rohr unter Alicen-, Wilhelm-Leuschner-, Kasino und Pallaswiesenstraße.

Dazu kommen jährliche Kosten von knapp einer halben Million Euro (Zinsen sowie die Reinigung des Bachlaufs in der Stadt). Andererseits entfällt das Geld, das die Stadt bislang für die Zuführung der Darmbachwassermenge an die HSE zahlt, jährlich 2,2 Millionen Euro. Unterm Strich würde der städtische Haushalt im Jahr um knapp 1,8 Millionen Euro entlastet.

Da der HSE beim wirtschaftlichen Betrieb der Kläranlage dann das Geld fehlt, das ihr jetzt noch die Stadt überweist, muss sie es sich woanders holen. Der Magistrat spricht von „insgesamt von den Gebührenzahlern zu tragenden Mehrbelastungen. Ab Inbetriebnahme der Bachwasserentkoppelung ist mit einer Gebührenerhöhung von zirka elf Prozent zu rechnen“.

Magistrat und Bauausschuss haben deshalb beschlossen, die Darmstädter verstärkt über das Darmbachprojekt zu informieren. Denn, so formuliert es der Ausschussvorsitzende Ctirad Kotoucek (CDU): „Es gibt einigen Bürgermitnahmebedarf.“ ers

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