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Karibische Gefühle im Winter

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Eine Folie überspannt das Becken.
Eine Folie überspannt das Becken. © Peter Thomas

Die neue Traglufthalle freut die Schwimmer. Begeistert von der Halle und dem eigens im großen Becken eingerichteten Nichtschwimmerbereich fürs Schulschwimmen zeigte sich auch Oberbürgermeister Patrick Burghardt, nachdem er seine ersten beiden Bahnen im Becken gezogen hatte.

Mit 26 Grad Celsius Wassertemperatur ist gestern tropische Stimmung beim Anschwimmen im großen Becken des Freibades an der Lache aufgekommen: Anderthalb Jahre nach der Schließung des nebenan liegenden Hallenbades wegen Mängeln an Klima- und Brandschutztechnik konnten Schwimmfans erstmals wieder vor der Witterung geschützt ihre Bahnen ziehen.

„Es ist überraschend schön geworden – und wir sind total glücklich“, freute sich Joachim Walczuch, Vertrauensperson der Bürgerinitiative „Pro Lachebad“. Auch Anja Eckhardt, weitere Vertrauensperson der BI, zollte dem Projekt Traglufthalle ihren Respekt.

Begeistert von der Halle und dem eigens im großen Becken eingerichteten Nichtschwimmerbereich fürs Schulschwimmen zeigte sich auch Oberbürgermeister Patrick Burghardt, nachdem er seine ersten beiden Bahnen im Becken gezogen hatte. Bei allen Beteiligten war Erleichterung darüber zu spüren, dass die Wellen in Sachen Schwimmbad diesmal nicht wieder in der Öffentlichkeit hoch schlugen, sondern im wohltemperierten Becken. Mit einem Massenstart wurde das mit einer 2648 Quadratmeter großen Folie überdachte Becken offiziell eingeweiht.

Tunnel zu den Umkleiden

Bis zur Öffnung des Schwimmbades für alle Interessierten dauert es aber noch: Am heutigen Samstag werden zunächst die Schwimmvereine in den Betrieb der Halle eingewiesen, in der kommenden Woche gibt es einen Probebetrieb mit den Vereinen. In der Zwischenzeit muss die Traglufthalle noch durch einen Tunnel mit den bereits aufgestellten Umkleide-Containern verbunden werden.

Öffentliche Schwimmzeiten sind erst ab Anfang Januar 2015 vorgesehen. In der letzten Woche der Weihnachtsferien ist das Becken vom 5. bis 8. Januar jeweils von 11 Uhr bis 15 Uhr geöffnet, am 9. Januar von 11 bis 21 Uhr. Anschließend beschränken sich die öffentlichen Schwimmzeiten auf freitags von 16 bis 21 Uhr und samstags sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr. Schwerpunkte des Betriebs werden aber Schul- und Vereinsschwimmen sein.

Und wie schwimmt es sich unter dem Foliendom, den ein Überdruck von 0,01 bar in der Höhe hält? „Ein bisschen wie bei Olympia“, schallt die Antwort eines Schwimmers. Auf die Frage, was die weltweiten Sportspiele mit dem Rüsselsheimer Bad zu tun haben, folgt die Erläuterung: Der typische Hall eines Schwimmbades mit festen Wänden und Decken fehlt, in der Traglufthalle herrscht eine vergleichsweise ruhige Atmosphäre – wie bei großen Wettkämpfen eben.

Lob gab es von Schwimmern, Tauchern, Triathleten und anderen Teilnehmern auch für die auf bis zu 28 Grad Celsius erwärmte Atmosphäre der Halle. Für ausreichend Frischluft im Kunststoffgehäuse sorgt die kombinierte Heizungs- und Lüftungsanlage, erläutert Götz Wille, Vertriebsleiter des Herstellers der Traglufthalle. Einmal stündlich wird der komplette Rauminhalt der Halle – mehr als 15 000 Kubikmeter – ausgetauscht.

Auf das Rüsselsheimer Projekt ist Wille sichtlich stolz. Schließlich war die Zeit zwischen Bestellung und Einweihung der Halle recht knapp bemessen. Die 26 mit LED-Technik ausgestatteten Beleuchtungsmodule strahlen nun zwar nicht ganz so hell wie die Sonne der Karibik, dafür zaubern sie besonders energieeffizient ein schönes Glitzern aufs Wasser. (eda)

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