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Am nördlichen Rand des Kantplatzes an der Ecke Schlossgartenstraße plant die TU ein neues Forschungsgebäude.

Neues Gebäude der TU

Der Kantplatz wird umgestaltet

Die Technische Universität in Darmstadt plant ein neues Forschungsgebäude am Kantplatz. Der Bau soll 2015 gestartet werden. Zusätzlich ist ein neues Gesundheitszentrum innerhalb der nächsten fünf Jahre vorgesehen.

Die Technische Universität (TU) Darmstadt schafft am Kantplatz ein neues Gebäude für einen Forschungsbereich „mit tagespolitischer Brisanz“. Darum ging es bei einem Infoabend. Baubeginn im Martinsviertel – an der Ecke Pankratiusstraße/Schlossgartenstraße – soll 2015 sein. Eine Teilnutzung für Gastronomie wird ausgeschlossen.

„Es ist eines der wichtigsten Bauvorhaben der letzten Jahre“, betonte TU-Kanzler Manfred Efinger vor mehr als hundert Interessierten, die auf Einladung des Stadtplanungsamts zu dem Informationsabend am Dienstag in das historische Maschinenhaus der Technischen Universität am Kantplatz gekommen waren. Das Projekt sei in seiner Bedeutung vergleichbar mit der Universitäts- und Landesbibliothek.

Wer in das neue Forschungsgebäude auf dem größtenteils der TU gehörenden Grundstück an der Ecke von Schlossgartenstraße, Arheilger Straße und Pankratiusstraße einziehen wird, ließ Efinger im Unklaren. Er verwies auf einen noch laufenden bundesweiten Wettbewerb zur Finanzierung und verriet nur so viel: Es solle Domizil sein für einen Forschungsschwerpunkt in Naturwissenschaft und Ingenieurwissenschaft, „der tagespolitische Brisanz hat“.

Näheres über Ziel und Zweck der Umgestaltung am Nordrand des Kantplatzes als Verbindungsglied zwischen Martinsviertel, TU und Innenstadt erläuterte Werner Hochrein vom Büro Werkstadt-Architekten. Er betreut den hierzu europaweit ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb, der im Sommer den Gewinnerentwurf hervorbringen soll.

Eckpunkte stehen jetzt schon fest: Erhalten bleiben sollen alle Parkplätze und großen Bäume, die Rad- und Fußwegeverbindung Arheilger Straße und der denkmalgeschützte Kiosk. Abgerissen würden hingegen ein TU-Verwaltungshaus am Anfang der Pankratiusstraße und das Wohnhaus daneben, das von Studenten wie Angestellten wegen seiner Hässlichkeit einst „Eiger Nordwand“ genannt worden sei.

Baubeginn im Jahr 2015

Doch auch für das Areal dahinter entlang sieht Hochrein Handlungsbedarf: Zergliedert und hinterhofartig seien Andienungsflächen und Rasenstücke.

Wie der neue Trakt aussehen wird, muss der Wettbewerb ergeben. Hochrein skizzierte, dass er zwischen den bestehenden Gebäuden am Kantplatz vermitteln soll – mit Betonung auf den historischen Uni-Bauten. Das Haus solle repräsentativ, funktional und finanzierbar sein. „Das ist keine leichte Aufgabe“, räumte er ein.

Nachfragen aus dem Publikum, warum statt Forschungs- nicht Wohnraum geschaffen werde und ob eine öffentliche Teilnutzung mit Gastronomie denkbar wäre, beantwortete TU-Kanzler Efinger ablehnend. Das Gebäude werde Heimat für ein Forschungscluster, mit dem sich die TU im Wettbewerb behaupten wolle. Mehrwert habe das auch für die Region. Es würden Arbeitsplätze in Darmstadt gehalten und jährliche Drittmittel in zweistelliger Millionenhöhe eingeworben. Dem Wunsch nach mehr Gastronomie am Kantplatz begegnete er mit Verweis auf die Neunutzung der im Februar schließenden Buchhandlung Wellnitz.

Zudem werde die TU nach dem Umzug der Maschinenbauer an die Lichtwiese neben der benachbarten Universität- und Landesbibliothek ein Gesundheitszentrum bauen, in dem auch Geschäfte und Lokale einziehen sollen. Das werde in den nächsten fünf Jahren geschehen und sicher zur Belebung beitragen. aw

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