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Münster bei Darmstadt: Kampf gegen den Waldbrand

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Von: Jens Joachim

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Wegen Munitionsresten im Wald konnten die Feuerwehrleute die Flammen nur von den Wegen aus löschen.
Wegen Munitionsresten im Wald konnten die Feuerwehrleute die Flammen nur von den Wegen aus löschen. © 5vision Media/dpa

Auf dem ehemaligem Militärgelände der Wehrmacht sind 2000 Feuerwehrleute aus drei Bundesländern im Einsatz. Sechs Feuerwehrleute verletzten sich bei den Löscharbeiten.

Gegen einen Waldbrand auf dem Gelände der früheren Munitionsanstalt der Wehrmacht bei Münster-Breitefeld, dem sogenannten Muna-Gelände, haben am vergangenen Wochenende rund 2000 Feuerwehrleute aus drei Bundesländern angekämpft.

Die dunkelgraue Rauchsäule des Brands war auch vom Taunus aus deutlich zu sehen. Anwohnerinnen und Anwohner rund um Münster, Dieburg, Eppertshausen im Landkreis Darmstadt-Dieburg und in Darmstadt wurden am Sonntagmorgen abermals auch via Warnmeldungen dazu aufgerufen, wegen Geruchsbelästigungen Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Waldbrand bei Münster im Kreis Darmstadt-Dieburg unter Kontrolle

Das Feuer habe sich auf einer Fläche von rund 25 Hektar ausgebreitet und sei unter Kontrolle gebracht worden. Es müssten aber immer wieder Glutnester gelöscht werden, sagte Feuerwehrsprecher Werner Flechsenhar am Sonntagnachmittag der FR. Durch Windböen seien die Glutnester immer wieder neu entfacht worden, weil das Wasser wegen der hohen Temperaturen auch nicht richtig in den trockenen Waldboden habe eindringen können.

Wegen der auf dem Muna-Gelände lagernden Munitionsresten hätten die Einsatzkräfte den Brand aus Sicherheitsgründen nur von den Waldwegen aus bekämpfen können. 20 Feuerwehrleute hätten zwischenzeitlich wegen Hitzefolgen oder Erschöpfung vom Rettungsdienst behandelt werden müssen. Sechs Feuerwehrleute hätten Rauchgase eingeatmet. Ein Feuerwehrmann musste mit einer Beinverletzung ins Krankenhaus gebracht werden.

Feuerwehren aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern wurden alarmiert.
Feuerwehren aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern wurden alarmiert. © Feuerwehr Darmstadt

Feuer auf Muna-Gelände bei Münster wurde am Samstagmittag gemeldet

Das Feuer war am frühen Samstagnachmittag gegen 13 Uhr aus bislang unbekannten Gründen ausgebrochen. Die Polizei habe die Brandstelle bis Sonntag wegen der Löscharbeiten zunächst nicht betreten können. Das Löschen der Flammen dauerte nach Angaben Flechsenhars auch die gesamte Nacht zum Sonntag über an.

Auch zwei Löschhubschrauber der Polizei mit 500 Liter fassenden Wasserbehältern sowie ein Hubschrauber der Bundeswehr wurden eingesetzt. Der Behälter des Polizeihubschraubers wurde nach Angaben des Feuerwehrsprechers in der Nähe der Bundesstraße 45 bei Münster mit Löschwasser befüllt. Der Bundeswehrhelikopter flog zu einem Baggersee bei Babenhausen, um dort den 2000 Liter fassenden Wassertank zu befüllen.

Waldbrand auf Muna-Gelände bei Münster: Munition entzündet sich

Durch das Feuer sei in dem Wald auf dem früheren Muna-Gelände auch Munition mit lautem Knallen gezündet worden, berichtete Flechsenhar weiter. Wie lange der Einsatz noch dauere, sei nicht abzusehen. Zur Brandbekämpfung waren neben Feuerwehren aus zehn Landkreisen, Frankfurt und Darmstadt auch Feuerwehrleute aus Baden-Württemberg und Bayern sowie die Werksfeuerwehren von Evonik und Merck alarmiert und nach Münster beordert worden.

Bereits 2019 waren auf dem Muna-Gelände auch Hunderte Feuerwehrleute mehrere Tage lang im Einsatz gewesen, um einen Waldbrand zu löschen. Doch laut Kreisbrandinspektor Heiko Schecker hatten die Helferinnen und Helfer nun weniger Schwierigkeiten als beim Waldbrand vor drei Jahren.

Waldbrand bei Münster: Hubschrauber von Polizei und Bundeswehr im Einsatz

Um die Versorgung mit Löschwasser sicherzustellen, war eine ausgeklügelte Logistik erforderlich: Mit Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr und dem Aufbau einer zweiten Wasserversorgung wurden große Mengen Löschwasser zur Einsatzstelle gebracht. Mit Kreiselberegnungsanlagen erfolgte zudem eine Bewässerung der Flächen am Waldrand.

Auch Landwirte halfen und stellten ihre Güllewagen für den Transport von Löschwasser zur Verfügung. Und auch Unternehmen aus der Region schickten Tanklaster nach Münster. Dank zweier Hochleistungsfördersysteme konnten zudem riesige Wassermengen aus dem Sickenhöfer See bei Babenhausen zur Brandstelle gepumpt werden.

Bereits am frühen Donnerstagmorgen hatte es in der Nähe des Muna-Geländes gebrannt. Das Feuer war jedoch schnell von den Freiwilligen Feuerwehren gelöscht worden. Ob ein Zusammenhang zu dem Brand vom Donnerstag besteht, will die Polizei nun ermitteln.

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