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Kalte Küche in der Kulturkantine

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Für die Tagesgastronomie in der Centralstation wird derzeit ein neuer Pächter gesucht.
Für die Tagesgastronomie in der Centralstation wird derzeit ein neuer Pächter gesucht. © Guido Schiek

Der Mittagstisch der Kulturkantine in der Centralstation ist vorerst ausgesetzt. Das Angebot rechnet sich nicht. Einige Mitarbeiter ziehen nun vor Gericht.

Die Kulturkantine in der Centralstation ist zum Ende des Monats Juni vorerst geschlossen worden. Das sei eine vorübergehende Maßnahme, sagt Meike Heinigk von der städtischen Centralstation Veranstaltungs-GmbH. Man wolle die übliche, nun etwas verlängerte Sommerpause als Puffer nutzen, um mit der für das Angebot zuständigen Central GmbH ein neues Konzept zu entwickeln.

Notwendig wird die Neukonzeption durch die bereits vor rund einem halben Jahr ausgesprochene Kündigung der NRD Betrieb GmbH, dem Integrationsunternehmen der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD). Diese hatte 2014 mit der Central GmbH die Ausrichtung des Mittagstisches vereinbart, nachdem zuvor die Integis – ebenfalls ein Integrationsunternehmen – Insolvenz angemeldet hatte. Die Verantwortung für die Abendgastronomie verblieb in den Händen der Central GmbH.

Doch auch für die NRD Betrieb GmbH rechnete sich die Kulturkantine nicht. „Auch ein von uns hinzugezogenes Beratungsunternehmen kam zum Schluss, dass die auf die Tagesgastronomie bezogenen Umsatzmöglichkeiten begrenzt sind“, erklärt Hendrik Eggers, Geschäftsführer der NRD Betrieb GmbH. Er berichtet zudem, dass die Berater erstaunt über die Trennung von Abend- und Tagesgastronomie gewesen seien, da üblicherweise das schwächere Tagesgeschäft durch die Umsätze am Abend ausgeglichen werde.

Suche nach neuem Konzept

„Das geht aber in diesem Fall nicht“, sagt Michael Supp, der mit Michael Bode-Böckenhauer die Geschäfte der Central GmbH führt. Dabei hatte sich diese gegenüber der Centralstation Veranstaltungs-GmbH bis 2019 vertraglich verpflichtet, am Tag und am Abend für ein gastronomisches Angebot zu sorgen. Dass das doch nicht gehe, begründet Supp mit der umsatzabhängigen hohen Pacht für die Abendgastronomie. Eine Quersubventionierung des Mittagstischs sei nicht machbar. „Würden wir die Kulturkantine jetzt weiterführen, könnten wir 14 Tage später selbst Insolvenz anmelden“, sagt er.

Dies habe man auch der Stadt als Eigentümerin der Centralstation Veranstaltungs-GmbH so klar und deutlich mitgeteilt. Deren Aufsichtsrat mit Oberbürgermeister Jochen Partsch und Stadtkämmerer André Schellenberg an der Spitze habe dann kürzlich entschieden, die Verpflichtung vorübergehend auszusetzen.

„Jetzt müssen wir ein Konzept entwickeln, das für alle tragbar ist“, sagt Supp. Die Chance, nun erneut einen externen Betreiber zu finden, stuft er als gering ein. Er verweist zudem auf ein bereits vor rund zehn Jahren vorgelegtes Gutachten, das schon damals die Schließung der Tagesgastronomie empfohlen habe.

Laut Meike Heinigk ist die Suche nach einem neuen Konzept getragen von dem Wunsch, die Kulturkantine weiterzuführen. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass diese Anfang September, spätestens Anfang Oktober wieder öffnet. Und auch die Pressestelle der Stadt teilt auf Nachfrage mit: „Überlegungen, das Mittagstischangebot zu streichen, sind derzeit keine Option.“ (wka)

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