Darmstadt-Dieburg

K-L-Trasse scheitert an Messel

Das Hessische Verkehrsministerium verfolgt die Pläne für die angedachte Ausweichstrecke vorerst nicht weiter. Die Verbindung sollte Urberach nach Öffnung der Umgehung in Offenthal vom erwarteten zusätzlichen Verkehr entlasten.

Das Hessische Verkehrsministerium verfolgt die Pläne für die sogenannte K-L-Trasse vorerst nicht weiter. Ministeriumssprecherin Marion Jäkle teilte mit, dass die Ausweichstrecke über die Kreisstraße 180 und die Landesstraße 3317 am Widerstand aus Messel scheitere. Die Verbindung sollte Urberach nach Öffnung der Umgehung in Offenthal (beide Landkreis Offenbach) vom erwarteten zusätzlichen Verkehr entlasten.

"Sollte es nach der Freigabe der Ortsumgehung Offenthal zu Verkehrsproblemen in dem Raum kommen, ist das Ministerium bereit, wieder in Gespräche mit den betroffenen Kommunen und Landkreisen einzutreten, um gegebenenfalls punktuelle Verbesserungsvorschläge zu diskutieren", heißt es aus dem Ministerium. Der Hintergrund: Die Messeler Gemeindevertretung hatte im März beschlossen, eine Anbindung der K 180 an die Bundesstraße 45 bei Eppertshausen abzulehnen. Zudem sollte die Kreisstraße in der Gemarkung Messel generell für Fahrzeuge mit mehr als vier Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gesperrt werden. Diese Forderungen widersprechen dem Eckpunktepapier zur K-L-Trasse, das im August 2009 den Kommunen Dreieich, Rödermark, Messel, Eppertshausen sowie den Landkreisen Offenbach und Darmstadt-Dieburg vorgestellt worden war und dem die CDU-Mehrheit in der Messeler Gemeindevertretung im Dezember auch zugestimmt hatte.

Angst vor Verkehrsbelastung

Dieses Eckpunktepapier enthielt alle weiteren Schritte, um die K-L-Trasse auf den Weg zu bringen. Unter anderem waren eine Verkehrszählung und eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit der Ausweichstrecke vorgesehen. Da aber vereinbart worden war, dass alle Beteiligten dem Eckpunktepapier zustimmen müssen, bevor die Untersuchungen beauftragt werden, scheitert das Vorhaben schon in einem frühen Stadium. "Mit der Absage der Gemeinde Messel ist eine Umsetzung des Eckpunktepapiers nicht möglich", sagt Marion Jäkle - und damit ist die K-L-Trasse vorerst ad acta gelegt.

Der Planfeststellungsbeschluss für die Umgehung Offenthal war im Mai 2009 durch das Hessische Verkehrsministerium erlassen worden, Spatenstich zum Bau der neuen Straße war im Dezember. Eine Untersuchung der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung hatte zuvor schon ergeben, dass die Umgehung mehr Verkehr auf der B 486 in der Ortsdurchfahrt des Rödermarker Stadtteils verursachen wird. Die Stadt hatte deshalb gefordert, eine Entlastung zu schaffen und Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht. Allerdings wurde vom Ministerium Sofortvollzug angeordnet, weshalb mit dem Bau begonnen werden konnte.

So kam es allerdings zum Vorschlag für die Umleitung eines Teils des Verkehrs über die L 3317 und die K 180 - eben die K-L-Trasse - zur B 486 im Bereich der heutigen Anschlussstelle an die B 45 bei Eppertshausen. Der Landkreis hatte seine Zustimmung signalisiert, wollte aber, dass weder ihm noch Eppertshausen und Messel Kosten für den eventuellen Ausbau entstehen. Eine Forderung war deshalb, dass die Kreisstraße zur Landesstraße umgewidmet wird, damit der Kreis auch nicht mehr für den Unterhalt aufkommen muss.

Wie das Ministerium nochmal betont, sei es nicht Ziel gewesen, eine neue Straßenverbindung herzustellen, sondern die bestehenden Straßen auf ihren Zustand und ihre Leistungsfähigkeit hin zu überprüfen. Die Bevölkerung in Messel empfinde jedoch bereits die heutigen Belastungen auf dem umliegenden Straßennetz als störend und befürchte durch die eventuelle Optimierung der Trasse eine Erhöhung der Verkehrsbelastung - und damit mehr Lärm und Schadstoffe, sagt Marion Jäckel. Eine Bürgerinitiative hat bereits einige hundert Unterschriften gegen die Trasse gesammelt. (bach)

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