+
Bei den Ausschreitungen in den frühen Morgenstunden des 3. Juni vorigen Jahres waren nach Angaben der Polizei 15 Beamte verletzt worden.

Justiz

Jugendarrest für Randalierer in Darmstadt

  • schließen

Erstes Urteil nach Ausschreitungen beim Schlossgrabenfest 2018: 19-Jähriger muss zwei Wochen hinter Gitter,eine  Geldstrafe zahlen und an einem Antiaggressionskurs teilnehmen.

Mehr als zehn Monate nach den gewalttätigen Ausschreitungen im Darmstädter Herrngarten am Rande des Schlossgrabenfestes ist ein 19-Jähriger aus Mörfelden-Walldorf vom Jugendschöffengericht in Groß-Gerau zu zwei Wochen Jugendarrest verurteilt worden. Amtsgerichtsdirektor Ulrich Eisfeld verhängte gegen den Heranwachsenden wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs und Widerstands gegen Polizeibeamte zudem eine Geldstrafe von 1500 Euro. Außerdem muss er an einem Anti-Aggressionskurs teilnehmen und die Verfahrenkosten tragen.

Nach Angaben von Joachim Hauschild, dem stellvertretenden Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, wurden in den vergangenen zehn Monaten 157 Ermittlungsverfahren überwiegend gegen Jugendliche und Heranwachsende eingeleitet. Nur sechs Personen seien Erwachsene gewesen. Bis Ende März habe die Staatsanwaltschaft dem Gericht 30 Anklagen vorgelegt. Zudem sei bereits ein Strafbefehl erstellt worden.

Nach den Worten des Groß-Gerauer Amtsgerichtsdirektors Eisfeld gab der junge Mann aus Walldorf am Donnerstagmorgen vor Gericht zu, eine Glasflasche in eine Gruppe von Polizisten geworfen zu haben. Eine weitere Flasche habe er in einen Baum geschleudert. Ob durch den Flaschenwurf ein Polizist verletzt worden sei, habe nicht festgestellt werden können.

Mehr als 100 Festnahmen

Der reuige Walldorfer sagte vor Gericht, er habe während des Schlossgrabenfestes zu viel Alkohol getrunken und sich dann von der Menge mitreißen lassen.

Der Angeklagte, habe „zugänglich und reflektiert gewirkt“, sagte Richter Eisfeld. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann auch vorgeworfen, durch sein Verhalten auf weitere Personen eingewirkt zu haben, ebenfalls Flaschen zu werfen. Die Anklagebehörde hatte für den 19-Jährigen eine sechsmonatige Bewährungsstrafe gefordert. Die Verteidigung plädierte für eine Geldstrafe ohne Jugendarrest.

Bei den Ausschreitungen in den frühen Morgenstunden des 3. Juni vorigen Jahres waren nach Angaben der Polizei 15 Beamte verletzt worden. Mehr als 100 Personen – überwiegend junge deutsche Männer, aber auch Frauen sowie Personen mit Migrationshintergrund – waren laut seinerzeit vorläufig festgenommen worden.

Darunter befanden sich auch ein Pfarrer und unbeteiligte Anwohner sowie ein Polizeianwärter. Der hatte versucht, seinen Polizeistatus zu nutzen, um festgenommene Freunde zu befreien. Der Mann wurde daraufhin vom Dienst suspendiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare