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Jubel um Jochen Partsch

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Klatschen für Jochen - die Darmstädter Grünen
Klatschen für Jochen - die Darmstädter Grünen © claus völker

Nach der OB-Stichwahl in Darmstadt herrscht bei den Grünen Volksfeststimmung. Der neue Rathauschef Jochen Partsch dirigiert eine Musikkapelle, die Parteifreunde liegen sich in den Armen.

Die Wahllokale haben noch nicht geschlossen, da wird OB-Kandidat Jochen Partsch schon wie ein Sieger vor dem Liebighaus empfangen – ein Musikverein aus Langendorf, seinem fränkischen Geburtsort, spielt auf. „Wir haben 700 Einwohner, zehn Prozent sind heute da“, sagt Partschs Bruder Volker (42), der mit Freunden, Verwandten und einigen Gemeinderäten samt ehemaligem Bürgermeister aus der Heimat angereist ist.

Die Stimmung geht am Abend der Stichwahl im grünen Lager auch später nicht in den Keller. „Herrlich, oder?“ sagt Bruder Volker, als die erste Trendmeldung um 18.20 Uhr 34,9 Prozent für Walter Hoffmann (SPD) und 64,1 Prozent für Herausforderer Partsch verspricht. Partsch ist längst umringt von Menschen, die ihn umarmen und gratulieren. „Wir freuen uns mit ihm“, sagt Johanna Pfeffermann.

Blaskapelle für Jochen Partsch

Die Klarinettenspielerin des Musikvereins findet das Wahlergebnis „überraschend gut – und die Wahlbeteiligung sehr mies“. Das findet auch die Stadtverordnete und Grünen-Politikerin Iris Bachmann. „Die CDU und große Teile der SPD sind wohl komplett zuhause geblieben“, so ihre Vermutung. Ihr Blick geht zur Bühne. Dort wird gerade bekanntgegeben, dass Partsch absolut 30 Prozent an Stimmen dazugewonnen hat. Bravo-Rufe hallen durch den Raum, um Partsch drängeln sich die Gratulanten. Neben ihm steht seine Frau Daniela Wagner: „Ich bin platt, das ist unglaublich.“

Die Wahllokale haben seit einer Stunde geschlossen und es herrscht Volksfeststimmung im ansonsten so nüchternen Liebighaus. Die Musikkapelle spielt, Partsch dirigiert. Die Grünen-Politikerin Iris Behr dreht vor Freude ein Tänzchen („Das ist doch grandios“) und die Leute im Saal klatschen im Takt und dazwischen jauchzt und jodelt es.

Szenenwechsel zur SPD: Als nach gerade mal einer Viertelstunde die Ergebnisse der ersten zehn der 117 Wahlbezirke auf der Leinwand erscheinen und der grüne Jubel ausbricht, nicken sich der Kämmer, Bürgermeister Wolfgang Glenz, und Host Knechtel, sein Amtsvorgänger als Bürgermeister, beide SPD, zu. „So ungefähr hab’ ich mir das vorgestellt“, sagt Knechtel angesichts der 66,7 Prozent des grünen Herausforderers.

Vor dem Wintergarten des Liebighauses steht Dagmar Metzger, Schwiegertochter des früheren OB Günther Metzger, der erst vor wenigen Tagen in einer großen Zeitungsanzeige dazu aufgerufen hatte, Walter Hoffmann zu wählen. „Was soll ich dazu sagen, es ist bitter“, stellt sie fest. „So groß hatte ich mir den Abstand nicht vorgestellt.“

Amtsinhaber Walter Hoffmann kommt gegen Viertel vor sieben und sieht sich mit einem Wald aus Kameras und Mikrofonen konfrontiert. „Schon bitter“, sagt auch er. Aber Walter Hoffmann ist ein fairer Verlierer. Er gratuliert Jochen Partsch und wünscht ihm „für die Stadt und ihre Bürger alles Gute“. ( rwb/hin)

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