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Das Johannesviertel wird grüner

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Die Mitglieder von „Urban Garden Darmstadt“ wollen Grünflächen aufhübschen.
Die Mitglieder von „Urban Garden Darmstadt“ wollen Grünflächen aufhübschen. © Guido Schiek

Neuer Verein plant einen kleinen Nachbarschaftsgarten in der Parcusstraße.

Der frisch gegründete Verein „Urban Garden Darmstadt“ will auf brach liegende Flächen in mobilen Beeten Nutzpflanzen anbauen. Im März trafen sich die an Gärtnerei in der Stadt Interessierten und gründeten den Verein mit 14 Mitgliedern, der inzwischen vom Amtsgericht anerkannt wurde. Dass das so schnell ging, habe sich einfach aus dem Vorhaben ergeben, eine Fläche zu mieten, sagt die Vorsitzende Anna Arnold. „Man hat auch klare Ansprechpartner“, erklärt Gründungsmitglied Esther Oehlschlägel.

Eine erste Aktion gab es vor knapp vier Wochen im Johannesviertel. Dabei kam kurzzeitig Leben kam auf eine über 1000 Quadratmeter große Brache neben dem leerstehenden Haus Pallaswiesenstraße 45. Rund 40 Menschen liefen über die Wiese mit Gebüschen, auf der vor langer Zeit eine Tankstelle stand.

Grund war eine Einladung von Anna Arnold. Sie hatte die Idee, zusammen mit anderen auf der Fläche „Urban Gardening“ zu betreiben. „Es sollte was in der Nähe sein“, schildert Anna Arnold, wie sie auf die Fläche zwischen dem leerem Haus und einem Studentenwohnheim kam. Damit man auch auf dem Weg vom Einkaufen noch im Garten vorbeischauen könne.

„Urban Gardening“ ist nicht nur der englische Begriff für Schreber- oder Vorgärten in der Stadt. Zum Konzept kann auch gehören, in Baulücken, auf Brachen oder an Straßenrändern Nutzpflanzen anzubauen. Anna Arnold verweist dabei auf Andernach, wo das Projekt „Essbare Stadt“ laufe. Die Stadt am Rhein lässt überall Gemüse, Obst und Kräuter anbauen.

Jochen Seitz, der die Fläche in der Pallaswiesenstraße vermieten könnte, schilderte, dass der Bebauungsplan eine Wohnbebauung einschränke. Nur 30 Prozent der Fläche dürften bebaut werden. Der Bebauungsplan soll zwar geändert werden; bis die Änderung durch die städtischen Gremien sei, dürfte es aber einige Jahre dauern. Auf die fehlende Attraktivität des Bebauungsplans hatten schon Stadtverordnete von Uffbasse und der Uwiga hingewiesen.

Bei der Stadtverwaltung sind noch keine Änderungspläne für die Brache in der Pallaswiesenstraße bekannt. Aktuell gebe es keinen Antrag, den Bebauungsplan zu ändern, sagt Verwaltungssprecherin Sigrid Dreiseitel auf Anfrage. Auch plane die Stadt keine solche Änderung.

„Die Genehmigung zum Abbruch der Tankstelle, der Tankinsel und zum Ausbau der Kraftstoffbehälter mit sämtlichen Rohrleitungen wurde am 18. April 1997 erteilt“, erklärt Dreiseitel. Damit gehe immer die Weisung einher, Altlasten zu beseitigen. Aber das werde bei einem Bauantrag nochmals kontrolliert. Das unbewohnte Wohngebäude Pallaswiesenstraße 45 ist jedenfalls nicht Teil der Urban-Gardening-Pläne.

Größe ist nicht entscheidend

Die Fläche, die der Verein für einen urbanen Nachbarschaftsgarten im Blick hat, ist eine kleine Grüninsel mitten in der Parcusstraße. Nach Vereinsinformationen ist das Grünflächenamt daran interessiert, dass sich Bürger um die Fläche kümmern.

Größe ist für das urbane Gärtnern nicht entscheidend, erklären die Mitglieder. „Das Konzept ist, dass wir mobil bleiben“, sagen Esther Oehlschlägel und Annika Trinler. Beispielweise sei Kartoffelanbau in halb mit Erde gefüllten Säcken möglich. „Und aus Europaletten kann man Kisten für mobile Beete schreinern“; sagt Jonathan Schmidt . (mawi)

Mehr Infomationen gibt es auf der öffentlichen Facebookseite des Vereins: www.facebook.com/urbangardendarmstadt. Kontakt per E-Mail an: urbangarden.darmstadt@gmail. com.

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