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Jobcenter zieht gemischte Bilanz

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Mehr Bezieher von Sozialleistungen, aber auch mehr Vermittlungen.

Dem Kommunalen Jobcenter des Kreises Groß-Gerau gelingt es trotz zunehmender Neuanträge, die Zahl der Bezieher von Sozialleistungen „einigermaßen stabil“ zu halten. Dies geht es aus dem jüngsten Quartalsbericht des Jobcenters hervor. Im dritten Quartal 2014 gab es 14 242 erwerbsfähige Leistungsberechtige; dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Zunahme um 3,26 Prozent.

Aber: „Durch eine gute Vermittlungsarbeit“, bilanziert das Jobcenter, „werden zunehmend Menschen, insbesondere auch Langzeit-Leistungsbezieher, aus dem Hilfebezug gebracht“. 364 Beschäftigungsaufnahmen habe es im dritten Quartal 2014 gegeben – eine Steigerung von 23 Prozent gegen dem Vorjahresquartal. Damit liege das Jobcenter Groß-Gerau im Hessenvergleich auf Platz zwölf von insgesamt 26 Einrichtungen).

Hohe Zahl an Aufstockern

In diesem Zeitraum sei die Integrationsquote der Langzeitleistungsbezieher in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis von 16,2 auf 18,67 Prozent gestiegen. Hessenweit liege das Jobcenter Groß-Gerau damit auf dem fünften Platz. Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Grüne) berichtete im Ausschuss, dass sich der Kreis um ein Bundesprogramm beworben hat, welches die nachhaltige Integration von Langzeitarbeitslosen mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds fördert.

Erschreckend findet Christina Jung (Grüne) die hohe Anzahl an Aufstockern: Gut 1000 Menschen verdienten trotz Vollzeitbeschäftigung so wenig, dass sie ihren Lebensunterhalt nur mittels Sozialleistungen bestreiten konnten. Immerhin stellte das Jobcenter seit September 2013 einen Rückgang um 9,42 Prozent fest. Arbeitslos gemeldet waren im Kreis Groß-Gerau 6145 Menschen – 5,25 Prozent mehr als im dritten Quartal 2013.

Diesen Anstieg führt das Jobcenter zum Großteil auf zwei Personengruppen zurück: Vergleiche man die September-Statistiken 2013 und 2014, so seien es 388 EU-Ausländer und Ausländer mehr – eine Zunahme um 14,4 Prozent.

Die Ursache hierfür sieht das Jobcenter in der Änderung des EU-Freizügigkeitsgesetzes zum Januar 2014: Seither haben auch Bulgaren und Rumänen einen vollständig freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. (dirk)

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