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Jeden Tag frisches Obst

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Von: Lara Feder

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Auf dem Damrstädter Marktplatz werden jeden Tag frische Waren angeboten.
Auf dem Damrstädter Marktplatz werden jeden Tag frische Waren angeboten. © Monika Müller

Die Darmstädter SPD kritisiert den Wochenmarkt als „trauriges Bild mit kaum Flair“. Dadurch, dass der Markt an jedem Tag stattfindet, sind nicht alle Tage gleich gut besucht, aber die Einkäufer bekommen jeden Tag „erntefrisches“ Obst und Gemüse.

Seit dem 14. Jahrhundert ist der Darmstädter Marktplatz ein wichtiges Handelszentrum der Stadt. Der Markttradition folgen noch heute über 30 feste Marktbeschicker: An sechs Wochentagen verkaufen sie regional angebaute Produkte. „Obst und Gemüse, Käse, Fleisch und Wurst, Fisch, Brot, Honig, Öl und Antipasti sowie Blumen und Kräuter sind je nach Saison zu haben“, zählt Marktmeister Peter Cölsch auf. Er betreut den Markt seit fast 30 Jahren. „Der Darmstädter Markt ist sehr lebendig und vielseitig. So auch das Feedback der Marktleute.“

Der SPD Ortsverein Darmstadt Mitte ist da anderer Auffassung. „Wer den Markt an Markttagen aufsucht, für den ergibt sich ein eher trauriges Bild: Vereinzelte Stände, kaum Flair, eine begrenzte Auswahl an Waren, wenig Möglichkeiten einer typischen Marktkonversation“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die SPD hat deshalb eine „wissenschaftliche Online-Umfrage“ ins Leben gerufen, die aufzeigen soll, was den Bürgern auf einem Markt fehlt (ww2.unipark.de/uc/SPD_Markt).

„Von der Umfrage habe ich in der Zeitung gelesen. Soweit ich weiß, hat vorab keiner von der SPD das Gespräch mit uns Beschickern gesucht“, erzählt Reinhard Janke, der seinen Honig auf dem Wochenmarkt verkauft. Auch Marktmeister Peter Cölsch wurde von der Umfrage überrascht. Für beide ist es ein Thema, das alle paar Jahre wieder aufkommt.

„Dass nicht an jedem Wochentag so viel los ist wie an Samstagen, ist normal. Damit geht dann zum Beispiel auch einher, dass montags nur zwei Stände da sind“, so Cölsch, „Genau das schätzen die Marktkunden aber auch: Sie wissen, sie bekommen an jedem Tag frisches Obst und Gemüse.“ Denn zum Beispiel Biobauer Friedrich Hach ist mit seinem Obst und Gemüse täglich da. Der Markt ist für ihn der einzige Vertriebskanal. Wäre nur an ein paar Tagen in der Woche Markt, könnte der Direkterzeuger seine Waren nicht „erntefrisch“ verkaufen.

Versuche, den Markt durch exotischere Beschicker mit ausgefalleneren Spezialitäten attraktiver zu machen, habe es schon mehrmals gegeben, erzählt Imker Janke. Jedoch ohne langfristigen Erfolg. „Wenn die Leute nicht genug kaufen, bekommt ein Beschicker im schlimmsten Fall noch nicht mal sein Spritgeld wieder rein. Ich kann nur sagen: Darmstadt hat den Markt, den es verdient.“

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