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Ein Jahr, das beiden Seiten nutzt

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Auch im Vivarium kann ein Freiwilliges Soziales Jahr geleistet werden.
Auch im Vivarium kann ein Freiwilliges Soziales Jahr geleistet werden. © Guido Schiek

Die DRK-Tochter Volunta vermittelt junge Menschen für ein Freiwilliges Soziale Jahr in soziale Einrichtungen.

Nach dem Schulabschluss sofort an die Uni oder in die Arbeitswelt? Das geht manchen Schulabsolventen zu schnell. Sie wünschen sich Abstand vom Lernbetrieb, wollen aber auch das Berufsleben kennenlernen, ohne sich für immer festlegen zu müssen. Deshalb entscheiden sich viele für das Scharnier zwischen Schule und Beruf: das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ).

Jährlich vermittelt die DRK-Tochter „Volunta“ (lateinisch: voluntas Wille, Entschluss) in Hessen rund 3500 Freiwillige als Helfer in über tausend Einrichtungen. Sie müssen das zehnte Schuljahr abgeschlossen haben und sich ein Jahr lang für einen praktischen Einsatz verpflichten. Die meisten von ihnen haben Abitur.

Im Einzelgespräch wird geprüft, was sich die Jugendlichen vorstellen, wo ihre Interessen liegen und welche Einrichtung für sie in Frage kommt. An Vollzeitarbeit müssen sie sich erst gewöhnen. Das fällt in der Anfangszeit nicht leicht, und manchmal stoßen die unerfahrenen Jugendlichen an ihre Grenzen. Ob der FSJler und die Einrichtung, die ihn „positiv fördern“ soll, zueinander passen, können beide während der Probearbeitstage testen. Außerdem gibt es eine dreimonatige Probezeit.

Die Abbrecherquote ist jedoch verschwindend gering, „weil wir die jungen Leute nicht vom Schreibtisch aus einteilen, sondern uns jeden genau ansehen“, erklärt Günter Geiß, pädagogischer Berater des „Volunta“-Beratungscenters Darmstadt und Dieburg. In Darmstadt finden jährlich etwa 280 Schulabgänger über das „Volunta“-Büro in der Rheinstraße 41 eine Beschäftigung in einer der 90 Darmstädter Einsatzstellen. Ihre Zahl wächst, denn „Volunta“ geht auf alle Einrichtungen zu, in denen freiwilliges Engagement gefragt ist.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Die Palette ist breit gefächert, sie reicht von Behinderteneinrichtungen, Krankenhäusern, Kindergärten, Jugendhäusern, Schulen (dort sind Integrationshelfer gefragt), Rettungsdiensten bis zu Museen und sogar zum Vivarium. „Wir wollen vielfältig sein“, erklärt Geiß. Umso eher finden die jungen Leute die zu ihnen passende Aufgabe.

Zum zehnjährigen Bestehen von „Volunta“ trafen sich jetzt Vertreter von 40 Einrichtungen aus Darmstadt und der Region, um Erfahrungen auszutauschen und sich über das neue Seminarkonzept zu informieren, das sich am Bedarf der Einrichtungen und der FSJler orientiert. Jeder Freiwillige wird an 25 Seminartagen geschult. In Tages- oder Wochenseminaren werden Zeit- und Projektmanagement, Teamarbeitsregeln, aber auch fachspezifische Kenntnisse, etwa über Altenpflege, vermittelt.

Die FSJler bekommen monatlich einen Anerkennungsbetrag von 330 Euro und sind sozialversichert. Am Ende des sozialen Jahres erhalten sie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, das ihnen beim Einstieg ins Berufsleben von Nutzen ist. Die meisten haben nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr eine bessere berufliche Orientierung. Sie wissen, was sie leisten können und wo ihre Interessen liegen. Sie wissen aber auch, was sie nicht wollen. (pyp)

Näheres auf www.volunta.de.

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