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Irren zwischen Maiskolben

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Hans Peter und Sylvia Bitsch in ihrer neuen Attraktion: dem Maisfeld.
Hans Peter und Sylvia Bitsch in ihrer neuen Attraktion: dem Maisfeld. © André Hirtz

Das Landwirtpaar Bitsch betreibt ein Maislabyrinth. Zudem können die Gäste Bauerngolf testen. Das ist ein Sport, der aus den Niederlanden kommt.

Die Maispflanzen auf einem Feld direkt an der B3 am Ortsausgang von Bickenbach sind schon bis zu drei Meter hoch. Soweit, so gewöhnlich. Doch für das anderthalb Hektar große Feld haben die Landwirte Bitsch sich etwas Besonderes ausgedacht: ein Irrgarten im Mais.

Besitzer Hans Peter Bitsch hat sich für diese Idee statt dem alljährlichen Getreideanbau entschieden. Getreide sei in dieser Feldlage nicht optimal gewachsen. Der Mais jedoch ist stattlich hoch und setzt bereits die ersten Kölbchen an.

Den Plan für das Labyrinth hat seine Ehefrau Sylvia Bitsch entworfen. Allerdings haben die beiden zunächst die gesamte Fläche mit Mais besät. Erst nachdem die Pflanzen eine bestimmte Wuchshöhe erreicht haben, wurde der Plan mit Maßband auf das Feld übertragen. „Wir haben die Wege und Irrwege des Labyrinths abgesteckt und die Maispflanzen auf den Wegstrecken zunächst erst abgehackt, doch die sind sofort wieder nachgewachsen“, berichtet Sylvia Bitsch über die ersten Erfahrungen mit dem Labyrinth. Die beiden haben daraus eine Lehre gezogen und im nächsten Arbeitsgang die Wege freigefräst.

Bis Ende September

Der direkte Weg vom Start zwischen den Blumenfeldern bis zum Ausgang einige Meter weiter beträgt rund einen Kilometer. Länger unterwegs ist natürlich der, der nicht den direkten Weg gleich findet, sondern auf den eingebauten Um- und Irrwegen unterwegs ist. „Wir haben schon einige Testläufe gemacht, aber alle Läufer kamen wieder am Ausgang raus“, erzählen die beiden Maisanbauer. Das Labyrinth bleibt bis Ende September bestehen – bis der Mais erntereif ist und dann mit dem Mähdrescher zu Futtermittel gedroschen wird. Hans Peter Bitsch arbeitet mit Rücksicht auf die Besucher im Maislabyrinth nur mit biologischen Bekämpfungsmitteln gegen Schädlinge der Maispflanzen, wie den Maiszünsler, oder die Schlupfwespe Trichogramma, die die Eier der Maiszünsler zerstören.

Doch das Mais-Labyrinth ist nicht die einzige Attraktion, mit der die Bitschs in diesem Jahr zum ersten Mal aufwarten. Auch Bauerngolf können Besucher dort testen. „Das ist ein Sport, der aus den Niederlanden kommt, heute in Deutschland, den Beneluxländern und in Skandinavien im Sommer gern gespielt wird und immer mehr Anhänger findet“, erläutert Landwirt Bitsch. Er hat dafür neben dem Maisfeld eine große Wiese angelegt und sie mit 18 Hindernissen ausgestattet, die überwiegend aus ländlichen und landwirtschaftlichen Gerätschaften wie Traktorreifen oder großen Eimern bestehen.

Entsprechend der Herkunft des Spiels aus Holland bestehen die Schläger für das Bauerngolf aus kleinen Holzschuhen an einem Stab, mit denen der Ball voran getrieben wird.

Hinter diesem Golfplatz der anderen Art wachsen Himbeeren, die in der Regel ab August reife Früchte tragen. Auf diese Weise können sich die Besucher des Maislabyrinths demnächst ihren Besuch mit einer Himbeerernte versüßen. (eda)

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