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Investor für Schlagloch-Landschaft

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Schon 2002 und 2005 hatten Interessenten Angebote wieder zurückgezogen.
Schon 2002 und 2005 hatten Interessenten Angebote wieder zurückgezogen. © Claus Völker

Seit Jahren wird der Marienplatz als kostenlose Parkfläche am Rand der Innenstadt genutzt, jetzt scheint sich ein Interessent gefunden zu haben.

Der Verkauf des 14.500 Quadratmeter großen Areals zwischen Hindenburg-, Hügel- und Heidelberger Straße an einen Investor stehe kurz bevor, sagte Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) auf Anfrage.

SPD und Grüne waren in ihrem gemeinsamen Haushaltskonzept noch davon ausgegangen, dass die Fläche als befestigter und beleuchteter Parkplatz hergerichtet wird. Rund eine Million Euro jährlich für die Stadt versprechen sich die Parteien von einer Bewirtschaftung des Parkraums auf Mercks- und Marienplatz.

Magistrat sieht sich fast am Ziel

Die Parteien sind offenbar vom Magistrat schlecht informiert. Die Fläche mit dem Charme eines Panzerübungsplatzes herzurichten, würde rund 1,2 Millionen Euro kosten. Diese Investition sei „nicht sinnvoll“, beantwortete der Dezernent eine Anfrage von Doris Fröhlich. Die Grünen-Stadtverordnete hatte wissen wollen, wann endlich kostenpflichtiges Parken auf Marien- und Mercksplatz eingeführt werde, wie es im Haushaltssicherungskonzept für 2010 angekündigt worden war. Man sei beim Verkauf bereits auf der Zielgeraden. Etliche Investoren hätten Gebote für Kauf und Bebauung abgegeben und würden nun geprüft. „Es sieht nicht schlecht aus“, sagte Wenzel.

Als Richtschnur für den Kaufpreis nannte der Dezernent eine Größenordnung von 7,5 Millionen Euro. Schon einmal stand diese Zahl im Raum. Vor fünf Jahren, als die fast unendliche Geschichte um die Wiederbebauung des ehemaligen Kasernengeländes letztmals kurz vor dem Abschluss zu stehen schien.

Die Deutsche Immobilien Leasing (DIL) hatte seinerzeit ihre Zahlungs- und Baubereitschaft erklärt und Pläne vorgelegt, letztlich aber doch kalte Füße bekommen. Vorgesehen waren ein Ärztehaus, ein Seniorenheim, Geschäfts-, Büro- und Wohnflächen. Die DIL war nicht der erste forsche Marienplatz-Investor, der im letzten Moment absprang. Bereits 2002 hatten die beiden Erstplatzierten eines Investorenwettbewerbs ihre Entwürfe zurückgezogen – wegen der schwierigen Lage auf dem Immobilienmarkt. Am Freitag hielten sich südhessische Projektentwickler bedeckt; Auskunft über mögliche eigene Marienplatz-Pläne war nirgendwo zu erhalten.

Die Grünen zeigten sich verblüfft über Wenzels Auskunft. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Stadtverordneten über das bevorstehende Geschäft nicht informiert wurden, erklärte Doris Fröhlich: „Der Verkauf des Marienplatzes mit seiner Lage am Rande der Innenstadt direkt neben dem Staatstheater ist kein Vorgang, den der Baudezernent mal eben innerhalb von zwei Monaten im Alleingang durchziehen kann.“ Man erwarte umgehend Informationen über den Sachstand. ( bad)

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