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Theaterlabor zeigt das Stück „Absurd“.
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Theaterlabor zeigt das Stück „Absurd“.

Darmstadt

Inklusives Theater in Darmstadt: Neues Stück über das absurde Leben in der Pandemie

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Lachen könnte bei so viel Unsinn therapeutisch wirken: Das neue Stück „Absurd“ des Theaterlabors beleuchtet die abstrusen Seiten des Lebens. Die Premiere startet im Theater Moller Haus in Darmstadt.

Was ist absurd für mich? Das haben sich seit Oktober die Ensemblemitglieder des inklusiven Theaterlabors in Darmstadt gefragt. Zum Beispiel Seifenblasen zu pusten und dazu Schwanensee zu tanzen, sagt künstlerische Leiterin und Schauspielerin Nadja Soukup. Oder die Liebesszene des Sommernachtstraums mit Rollator und Rollstuhl zu spielen, während Beipackzettel von Medikamenten vorgelesen werden… Eingeflossen sind all diese Ideen in das neue Stück „Absurd“, das an diesem Donnerstag, 6. Januar, Premiere im Theater Mollerhaus feiert.

In dem von Max Augenfeld inszenierten Stück sind zwar viele der Absurditäten auf die Corona-Pandemie zurückzuführen – etwa die Verwendung von viel buntem Plastik, der Gesang hinter Folie oder auch die Hymne „Aerosole für alle“, dabei habe man bewusst „kein Pandemie-Stück machen wollen“, sagt Soukup. Immer wieder seien dadaistische Momente zu Tage getreten – als Reflex auf die von der Pandemie eingeläutete Zeitenwende entstehe gar ein neues Dada: So vieles steht infrage, dass nur noch Lachen hilft.

Theaterlabor: Ratlosigkeit, Verwunderung und Verzweiflung

„Die konsequente Verweigerung von Sinn, weil so viel Unsinn geschieht, ist die Maxime der neuen Produktion“, heißt es im Ankündigungstext zum circa 60 Minuten langen Stück. Das Lachen als therapeutischer Akt in einer Welt, die immer mehr Absurditäten bereithält, entstehe aus Ratlosigkeit, Verwunderung und Verzweiflung.

Absurd

Alle Vorstellungen sind als 2-G-Veranstaltungen mit Platzbegrenzung konzipiert. Zehn weitere Termine sind bis Februar geplant. Die Premiere ist am Donnerstag, 6. Januar, 20 Uhr.

Nächste Vorstellungen im Januar: Freitag, 14., Samstag, 15., Freitag, 21., jeweils 20 Uhr, Samstag, 22., um 18 und 20 Uhr.

Tickets: theatermollerhaus.de/production/a-b-s-u-r-d/ oder an der Abendkasse, Theater Moller Haus, Sandstraße 10 in Darmstadt. cka

Und dennoch bergen auch die absurdesten Szenen einen Sinn: So stehen laut Soukup die Seifenblasen für geplatzte Träume, der Tanz mit den Koffern zum Gesang von „O sole mio“ für die verwehrten Reisen der vergangenen zwei Jahre. Das Bühnenbild sei in Anlehnung an Escher entstanden und als „absurdes“ Instrument werde ein elektronisches Theremin verwendet. „Absurd“ sei ein leichtes, abwechslungsreiches Stück, ein bunter Reigen, wenig textlastig eher revuehaft, sagt Soukup.

Theaterlabor: Das Ensemble besteht aus Menschen mit und ohne Handicap

Fünf der neun Schauspieler:innen des Ensembles haben ein Handycap, die jüngste Schauspielerin des Stücks ist 15 und lebt mit dem Downsyndrom. Was das Alter angeht, so ist der älteste Schauspieler über 80. Der Ansatz des seit 2017 inklusiv arbeitenden Theaterlabors ist die künstlerische Erforschung und Sichtbarmachung des Andersseins. Experimentiert wird dabei mit performativen Ansätzen, Musik, Installation und Tanz.

Bei der Entwicklung der Stücke gebe jede Kollegin und jeder Kollege etwas dazu, sagt Soukup, „egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung“. Der Begriff inklusiv spiele eigentlich keine Rolle mehr, da man selbst gar nicht mehr unterscheide zwischen Profi und Amateur, zwischen mit oder ohne Handycap.

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