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Initiative gegen Brummis

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Den Protest gegen Brummis gibt es in Reinheim schon länger.
Den Protest gegen Brummis gibt es in Reinheim schon länger. © Karl-Heinz Bärtl

Forderungen an Politiker nach Durchfahrts- und Nachtfahrverbot.

Nachdem sich die SPD vor kurzem beim hessischen Ministerpräsident für die Verlegung der Bundesstraße 426 aus Reinheim eingesetzt hat, richtet sich nun eine Initiative gegen den Lkw-Verkehr auf dieser West-Ost-Achse. Sie hat sich an verschiedene Behörden gewandt.

In einem Schreiben hat sich die Initiative „Reinheim ohne Lkw-Durchgangsverkehr“ nun an den Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, die Regieungspräsidentin, den Landrat und den Magistrat der Stadt Reinheim gewandt. Darin fordert die Initiative, dass der „immer unerträglicher werdende Lkw-Durchgangsverkehr endlich beendet werden muss“.

Die Initiative weiß, dass sich alle im Reinheimer Parlament vertretenen Parteien entsprechend positiv positioniert haben, teilen Frank Weis und Heidi Reeg von der Initiative mit. Dennoch: Durch die Entwidmung der West-Ost-Achse Bundesstraße 426 im Bereich der Kirchstraße und Pöllnitzstraße und deren Sperrung für den Lkw-Durchgangsverkehr in Reinheim seien die Darmstädter Straße, die Bahnhofstraße sowie die Ueberauer Straße zusätzlich erheblich belastet. Dies gelte nicht zuletzt auch für die Hahner Straße, die seit jeher die gesamte Verkehrsbelastung der B 426 aufnehmen müsse.

Lärm, Feinstaub und Erschütterungen

Die Initiative fordert daher die Umleitung des Lkw-Durchgangsverkehr der B 426 über die B 38 und die B 26 zur B 45, die Anordnung eines Durchfahrverbotes für Lkw mit Ausnahme des Lieferverkehrs sowie ein Nachtfahrverbot für Lkw zwischen 22 und 8 Uhr sowie ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern für Laster.

Die Hoffnungen, die mit der 2013 eröffneten B-38-Umgehungsstraße verknüpft waren, hätten sich nur zum Teil erfüllt, so Reeg und Weis. „Zwar gab es eine spürbare Entlastung durch den Pkw-Verkehr, der Lkw-Durchgangsverkehr ist jedoch unerträglich.“

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Der Lkw-Durchgangsverkehr hat durch verschiedene Maßnahmen umliegender Städte und Gemeinden zu einem deutlich höheren Lkw-Verkehrsaufkommen auf der B 426 in Reinheim geführt. Auch hat die generelle Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen in Verbindung mit dem Bau des Lohbergtunnels und der Ortsumgehung Ober Ramstadt zu einer Mautumfahrung und zu einem Abkürzungsverkehr zwischen der A 5 / A 67 und der A 3 geführt.“

Tag und Nacht rolle der Lkw-Durchgangsverkehr zum Teil mit erheblicher Geschwindigkeit durch die engen Straßen. In den Kurven sei zum Teil eine Lkw-Begegnung „nicht oder nur unter Befahren der Gehwege möglich“. Dies bedeute eine erhebliche Gefährdung der Fußgänger, besonders der Kinder auf deren Schulweg.

„Lärm, Staub (Feinstaub) und Erschütterungen rauben uns Anwohnern den Schlaf und belasten unsere Atemwege. Die Bausubstanz unserer Gebäude wird in Mitleidenschaft gezogen.“ Die Behörden verwiesen immer wieder auf noch nicht ausgewertete oder noch durchzuführende Verkehrszählungen. „Dies verringert die Lkw-Dichte in keinster Weise“, so Reeg und Weis.

Die jüngsten Verkehrszählungen der Stadt sind fast ein Jahr alt. Sie zeigen für die Darmstädter Straße von 2013 bis 2015 einen Rückgang der Lkw für beide Fahrtrichtungen an zwei Zählpunkten – in Höhe der Einmündung zur Heinrichstraße sowie an der zur Georgenstraße.

In der Ueberauer Straße aber haben die Lkw-Durchfahrten von 2013 bis 2015 zugenommen. Stadtauswärts um gut 91 Prozent von 2013 auf 2014, von 2013 auf 2015 immerhin noch um knapp 20 Prozent. Die absoluten Zahlen aber belegen keine „Lkw-Dichte“: von 2013 auf 2014 stieg die Zahl von neun auf 17 Lkw, von 2013 auf 2015 von neun auf elf.

Gemessen wurde allerdings nur an drei verschiedenen Tagen – Montag, Dienstag und Donnerstag, jeweils von 7 bis 9 Uhr, von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr. Stadteinwärts sind die Zahlen auf der Ueberauer Straße nach Zählung der Stadt Reinheim sogar rückläufig, 2013 waren es 26 Lkw im Zählzeitraum, 2015 noch 14. (bach)

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