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In Darmstadt sind mehr Sportstätten vonnöten

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Von: Annette Schlegl

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82 Prozent der Darmstädter und Darmstädterinnen bezeichnen sich laut Sportbericht als sportlich aktiv.
82 Prozent der Darmstädter und Darmstädterinnen bezeichnen sich laut Sportbericht als sportlich aktiv. © Renate Hoyer

Darmstadt ist stark gewachsen, aber die Zahl der Sportanlagen ist nicht mitgewachsen. Das zeigt unter anderem der neue Sportbericht auf, der eine Bestandserhebung ist.

Schon gewusst? Darmstadt hat 45 Tischtennisplatten, die jeder nutzen darf. Und 103 eingetragene Sportvereine, zehn davon mit mehr als 1000 Mitgliedern. Wer noch mehr über Sportstätten, Sportmöglichkeiten und Sportvereine, aber auch über den Zustand der Sportanlagen in der Stadt wissen will, kann in einem neuen Nachschlagewerk nachschauen. Das städtische Sportamt hat erstmals seit 2007 eine Bestandserhebung durchgeführt, die in den „Darmstädter Sportbericht“ eingeflossen ist. Nach Drucklegung soll er den Sportvereinen und -organisationen zur Verfügung gestellt werden.

234 Seiten stark ist das Werk, das auch Grundlage für eine Sportentwicklungsplanung sein soll, die fürs Jahr 2023 vorgesehen ist. Die Bürger und Bürgerinnen wurden dafür zu ihrem Bewegungsverhalten und ihren Wünschen befragt. Außerdem wurden Ergebnisse der Sportstättenerhebung mit den lokalen Sportvereinen in stadtteilbezogenen Sportforen diskutiert, um so Zahlen und Daten für den jeweiligen Stadtteil zu identifizieren.

Darmstadt: Lob im Stadtparlament für neuen Sportbericht

Der Sportbericht erntete in der jüngsten Parlamentssitzung viel Lob, weil er nicht geschönt sei und aufzeige, dass in manchen Stadtteilen „einiges im Argen liegt“, sagte Uffbasse-Fraktionsvorsitzende Kerstin Lau. Trotzdem sei er mehr als eine Mängelliste, sagte Philipp Wagner (Grüne).

Eine gesamtstädtische Herausforderung ist das Bevölkerungswachstum, mit dem die Sport-Infrastruktur mitwachsen muss. Und da hapert es, wie der Sportbericht aufzeigt: „Einige Vereine können etwa keine Fußballkinder mehr aufnehmen, weil kein Platz da ist“, sagte Jana Wilke (Volt) in der Stadtverordnetenversammlung.

„Die Sportvereine platzen aus allen Nähten, aber in den letzten Jahren wurde keine entsprechende Infrastruktur geschaffen“, monierte auch Kerstin Lau. Außerdem gebe es keine barrierefreie Turnhalle. „Mit Flächenkonkurrenzen in der Stadt müssen wir uns bei der Sportentwicklung auseinandersetzen“, erklärte Hans Fürst (Grüne).

Darmstadt: Knapp 900 Sportanlagen im Sportbericht aufgeführt

Im Sportstättenkataster sind knapp 900 Sportanlagen erfasst. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in die Sanierung und Erweiterung von Sportanlagen gesteckt, heißt es im Sportbericht. Der Sanierungsbedarf sei aber weiterhin groß. Vor allem das Funktionsgebäude am Leichtathletikstadion und die Rollsporthalle seien in einem schlechten Zustand. Die Bürgerparkhalle und die Kasinohalle seien „angegriffen“. Kostenpunkt: Alles in allem rund 36,2 Millionen Euro.

Für die Vereinssportanlagen sieht der Bericht einen Sanierungsbedarf von 20 Millionen Euro voraus. An den Sportvereinen werde wohl trotz Förderungen ein zweistelliger Millionenbetrag hängenbleiben, schätzte Jana Wilke. Deshalb müsse sich man überlegen, wie man sie unterstützen kann.

Darmstadt: Sporthallen müssen saniert werden

Auch die Sporthalle im Ludwigshöhviertel muss auf Vordermann gebracht werden. Eine Kostenschätzung gibt es dafür aber noch nicht, genauso wenig wie für die notwendigen Sporthallensanierungen der Elly-Heuss-Knapp-Schule, der Georg-Büchner-Schule, der Gutenbergschule, des Ludwig-Georgs-Gymnasiums und der Ludwig-Schwamb-Schule.

Von den fünf Freibädern und drei Hallenbädern – die TU und der Sportverein Orplid betreiben zwei weitere eigene Freibäder – ist laut Sportbericht das Eberstädter Mühltalbad marode. Becken, Technik, Umkleidetrakt, Bademeisterhaus und Außenanlagen müssen für 18 Millionen Euro instandgesetzt werden.

Lesen Sie weiter: In den 1980er Jahren wurde im Bürgerpark ein Trimm-Dich-Parcours angelegt. Der Parcours wurde nun modernisiert und mit neuen Geräten für den Kraftausdauersport ausgestattet.

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