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Die neuartige Kreuzung soll im Verlauf der Landgraf-Georg-Straße entstehen.
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Die neuartige Kreuzung soll im Verlauf der Landgraf-Georg-Straße entstehen.

Darmstadt

In Darmstadt Radfahren wie in Holland

Die Kreuzung der Landgraf-Georg-Straße, der Teichhausstraße und der Pützerstraße am Jugendstilbad in Darmstadt wird bis Ende 2024 mit finanzieller Förderung des Bundesverkehrsministeriums modellhaft umgebaut. Geplant werden separate Fahrspuren für den Rad- und den Kraftfahrzeugverkehr.

Update vom Mittwoch, 7. April 2021, 16.45 Uhr: In Darmstadt soll bis Ende 2024 am Jugendstilbad eine Kreuzung nach holländischem Vorbild umgestaltet werden. Die Zusage für eine entsprechende Förderung des Modellprojekts hat die Stadt nun vom Bundesverkehrsministerium erhalten. Vorgesehen ist, mit dem Umbau den Kreuzungsbereich der Landgraf-Georg-Straße, der Teichhausstraße und der Pützerstraße für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen sicherer zu machen.

Hochschule Darmstadt begleitet Modellprojekt wissenschaftlich

Stefan Opitz, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion in der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung, befürwortet das Modellvorhaben an einer der meistbefahrenen Kreuzungen. Durch eine Neugestaltung könnten künftig Kollisionen von abbiegenden Fahrzeugen mit Radlerinnen und Radlern vermieden werden, weil der Radverkehr vorgezogene und baulich geschützte Aufstellflächen erhalten soll.

Das Bundesverkehrsministerium fördert das Vorhaben mit 1,75 Millionen Euro im Rahmen des Projekts „Separiertes Queren für Alle in Darmstadt“, das die Hochschule Darmstadt wissenschaftlich begleitet. Nach einer Mitteilung der Stadt war die Fördermittelzusage unmittelbar vor Ostern eingetroffen.

Bei der Gestaltung von Straßenkreuzungen verfolgen die Niederlande einen anderen Ansatz als Deutschland. So werden im Nachbarland beispielsweise der Rad- und der Autoverkehr baulich voneinander getrennt. Zudem sollen Querungshilfen mehr Sicherheit für Radfahrer:innen sowie Fußgängerinnen und Fußgänger bieten.

SONDERPROGRAMM

Einem Rahmenkonzept für die weitere Entwicklung der Radmobilität in Darmstadt hat das Stadtparlament im vergangenen Jahr zugestimmt. Das Konzept ist als Antwort auf die Initiative „Radentscheid Darmstadt“ entstanden.

Im Mai 2018 beschloss der Magistrat das Sonderinvestitionsprogramm Radmobilität 4x4. In vier Jahren werden jeweils vier Millionen Euro in die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in der Stadt investiert.

Das Maßnahmenpaket umfasst insgesamt 34 größere Einzelprojekte, die planerisch bearbeitet und baulich realisiert werden sollen. jjo

„Holländische Kreuzung“ entsteht in Darmstadt

Indem die Radlerinnen und Radler sich der Kreuzung in einem kleinen Rechtsschwenk nähern, sind sie für die Autofahrer:innen besser zu sehen – weil diese in einem anderen Radius um die Kurve fahren müssen. Für die Umgestaltung der Kreuzung wird überdies keine weitere Fläche benötigt.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), der auch Verkehrsdezernent der Stadt ist, teilte mit, mit dem Modellvorhaben solle „ein für Deutschland neuer Ansatz des Kreuzungsdesigns“ erprobt werden. Vorgesehen sei, im Rahmen des „bundesweit einmaliger Großversuchs“ die Vereinbarkeit mit der deutschen Planungspraxis, dem Verkehrsverhalten und der Akzeptanz der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern zu überprüfen. Es gehe darum, an der Kreuzung exemplarisch zu zeigen, wie mit baulichen Lösungen eine sichere Führung für den Rad- und Fußverkehr an Knotenpunkten sichergestellt werden könne, so Partsch.

Darmstädter Modellprojekt Thema beim 7. Nationalen Verkehrskongress

Das Modellprojekt wird Katharina Metzker, die Leiterin des Mobilitätsamts der Stadt Darmstadt, beim 7. Nationalen Radverkehrskongress vorstellen, zu dem die Stadt Hamburg einlädt, der jedoch bedingt durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr als Digitalkongress stattfinden wird. Nach Metzkers Impulsvortrag wird es eine Podiumsdiskussion über die Umgestaltung von Kreuzungsbereichen und die Frage geben, ob „geschützte Kreuzungen“ ein „neues Allheilmittel oder eine überschätzte Lösung“ sind.

Nach Auffassung des Grünen-Verkehrspolitikers Opitz sind sichere Kreuzungen „ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur ‚Vision Zero‘“. Damit meint er das Ziel, dass es keine Toten und Schwerverletzten mehr im Straßenverkehr geben soll. Zudem könnte auf diese Weise der Radverkehr attraktiver werden, um noch mehr Menschen zum Umstieg aufs Fahrrad zu bewegen.

Darmstadt: Radweg an der Landgraf-Georg-Straße wird saniert

Nur wenige Meer von der Kreuzung entfernt lässt die Stadt derzeit den nördlichen Radweg an der Landgraf-Georg-Straße zwischen der Merckstraße und dem Schlossgraben sanieren. Am Dienstag haben Arbeiter damit begonnen, die alte Asphaltdeckschicht mit einem Bagger zu demontieren. Anschließend soll der rund 320 Meter lange Weg eine neue Asphaltschicht erhalten. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich zwei Wochen dauern.

Für den Radverkehr ist eine Umleitung ausgeschildert. Der Gehweg bleibt für den Fußgängerverkehr frei. Für die Dauer der Arbeiten wird die Fahrbahn für den Kraftfahrzeugverkehr von der Merckstraße bis zum Schlossgraben auf einen Fahrstreifen reduziert. Die Baukosten in Höhe von rund 33 000 Euro werden aus dem „Sonderinvestitionsprogramm Radmobilität 4x4“ finanziert.

An der Nordseite der Landgraf-Georg-Straße wird derzeit der Radweg zwischen Merckstraße und Schlossgraben saniert.

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