Weiterstadt

Immer in Bewegung

Bewegung mit pädagogischem Konzept ist ein Schwerpunkt des Kindergartens der Sportgemeinde Weiterstadt (SGW). Der Kindergarten hat nun sein 25. Betriebsjubiläum gefeiert.

Am 22. März 1991 war der erste Kindergartentag. Ilona und Peter Klink waren Eltern der ersten Stunde, ihre Tochter Katrin war 1991 mit fünf Jahren in den Sportkindergarten gekommen. 1995 ging dann auch Tochter Lena, damals drei Jahre alt, in den SGW-Kindergarten.

„Das große Außengelände und in der Nähe das Braunshardter Tännchen, das gab es damals kaum“, blickt Ilona Klink zurück. Das Projekt und die Ideen seien einfach überzeugend gewesen, erklärt Peter Klink. Für ein Vereinsmitglied führte kein Weg am Sportkindergarten vorbei. „Aber Kindergartenkinder oder deren Eltern müssen nicht SGW-Mitglieder sein“, betont Klink.

„Viele Menschen hatten ja geglaubt, die trainieren dort jetzt ihre eigenen Profis“, schildert Kindergartenleiterin Christiane Greifenstein damalige Bedenken. Dabei ging es lediglich um einen Kindergarten mit dem Schwerpunkt Bewegung. Aber so etwas war Anfang der 90er Jahre noch neu, ähnliche Kindergärten gab es nur in den Städten Freiburg, Stuttgart und Osnabrück.

Qualitätssiegel „Bewegungskindergarten“

Der Freiburger Sportkindergarten war es auch, der den damaligen Vorsitzenden Reinhold Fuchs auf die Idee brachte, so etwas auch in Weiterstadt zu versuchen. Und die Kommune brauchte damals Kindergartenplätze.

Erzieherin Christiane Greifenstein ist von Anfang an dabei und seit 24 Jahren die Kindergartenchefin. Für sie und das Team singen die Kinder zum Kindergartengeburtstag ein Lied. „Wer den Text nicht kann, singt einfach Fiderallalla“, erklärt Erzieherin Marion Krato, die das Lied „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ einfach auf den Sportkindergarten umgetextet hat.

Die „Sportjugend Hessen“ im Landessportbund hat ihr Qualitätssiegel „Bewegungskindergarten“ für den Weiterstädter Kindergarten in diesem Jahr erneut bestätigt. Die Sportjugend prüft in regelmäßigen Abständen unter anderem das pädagogische Konzept, die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und die Dokumentation. Aktuell gibt es 51 hessische Bewegungskindergärten.

Christine Krawietz ist Diplom-Sportwissenschaftlerin und arbeitete von Beginn an am Bewegungskonzept. Sie ist wie die 15 Erzieherinnen beim Kindergarten angestellt. Bewegung gehört zur kindlichen Entwicklung, und das wird im Sportkindergarten aufgegriffen. „Wir haben offene Bewegungsangebote für die 90 Kinder aus den verschiedenen Gruppen“, erklärt Krawietz. Die Angebote orientierten sich an Themen wie beispielsweise „Frühling“.

Bewegung weckt Emotionen

Bewegung hängt laut Krawietz auch mit Sprechen und Sozialverhalten zusammen: „Bewegung weckt Emotionen und schafft Anlässe zu sprechen.“ Unter anderem lerne man mit praktischem Erleben leichter sprechen. Der Satz „Ich klettere auf die Leiter“ präge sich etwa viel besser ein, wenn die Kinder selbst auf die Leiter kletterten und dies erzählen könnten.

Darüber hinaus fördert Bewegung auch Gleichgewichtssinn und Koordination. Ist der Gleichgewichtssinn gut entwickelt, kann man sich leichter aufs Rechnen, Schreiben und Lesen konzentrieren. Auch Ergotherapie kann bei Lern- oder Konzentrationsschwierigkeiten mit Bewegungsübungen beginnen.

Der SGW-Kindergarten liegt mitten im Vereinsgelände am Aulenberg und hat direkten Zugang zu einer Sporthalle. Das Außengelände ist kein Stadion, sondern ein normaler Spielplatz mit Garten und einem kleinen Zoo mit Ziegen und Schafen. (mawi)

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