Büttelborn

Ideen für kostenloses Surfen

Darmstädter Freifunkinitiative informiert bei Grünen-Sitzung über ein kostenloses Internet für alle. Der Zugang zum Freifunk-Netzwerk sei mit jedem WLAN-fähigen Endgerät oder direkt per Kabel am Freifunk-Router ohne Registrierung oder Passwort möglich.

Mit kostenlosen WLAN-Zugriffen am Büttelborner Rathaus, der alten Schule Klein-Gerau oder am historischen Rathaus Worfelden im Internet surfen? Mit einem freien Funknetz wäre das möglich. Mitglieder der Freifunkinitiative Darmstadt informierten auf Einladung der GLB über das Thema.

„Kommunikation wird immer wichtiger, sie ist das Wasser des 21. Jahrhunderts“, sagte Benedikt Rudolph. Der Student der TU Darmstadt referierte mit seinem Studienkollegen Markus Drengler bei einer öffentlichen Fraktionssitzung der Grünen Liste in der alten Schule Klein-Gerau über die legale Möglichkeit, kostengünstige Zugänge zum Internet aufzubauen – insbesondere in Gebieten, in denen kein DSL verfügbar ist. Vor zwei Jahren startete das Projekt Freifunk, das inzwischen ein gemeinnütziger Verein ist. Bundesweit gibt es 214 registrierte Freifunkgruppen mit 26 350 offenen Zugangspunkten (Hot Spots). In Darmstadt sind rund 1000 Nutzer an 350 Knoten beteiligt. Die Idee sei, Internet für alle anzubieten – auch für die, die es sich nicht leisten können.

Nur die Router kosten Geld

Wirkliche Konkurrenz für kommerzielle Anbieter seien sie nicht, denn die derzeitigen Nutzerzahlen seien zu gering. Zudem könne Freifunk keine Funktionstüchtigkeit garantieren, sodass es für Unternehmen eher uninteressant sei, erklärten die Studenten. In Darmstadt sei die Initiative von der Stadt gebeten worden, bei einer Flüchtlingsunterkunft in der Staudinger Straße den Freifunk zu installieren. Dazu hätten Anwohner Router in ihre Fenster gestellt. Wie Rudolph erklärte, bauen benachbarte Router, die mit der Freifunk-Software betrieben werden, untereinander das Freifunk-Netzwerk auf, durch das sie auf direktem Weg Daten austauschen können, ohne den Umweg über das Internet nehmen zu müssen.

Diese Funkverbindungen können je nach Modell Entfernungen von einigen Dutzend Metern bis hin zu mehreren Kilometern überbrücken und auch Gebiete erreichen, die kaum oder gar nicht ans Internet angeschlossen sind. Der Zugang zum Freifunk-Netzwerk sei, so Rudolph, mit jedem WLAN-fähigen Endgerät oder direkt per Kabel am Freifunk-Router ohne Registrierung oder Passwort möglich. Jeder handelsübliche Router, der etwa 30 Euro koste, könne dafür benutzt werden. Erforderlich sei lediglich, die Freifunk-Software von der Homepage des Vereins herunterzuladen, zu installieren und dem Verein eine Mail mit der Knoten-Identifikationsnummer zuzuschicken.

Die GLB habe die Einrichtung eines freien Funknetzes in ihr Kommunalwahlprogramm geschrieben, erklärte Andreas Peters, der sich in jedem Ortsteil ein Freifunknetz vorstellen konnte. Kosten entstünden kaum, denn nur der Router müsse erworben werden. (eda)

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