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Ideen fürs künftige Freibad

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Das Dieburger Schwimmbad ist in die Jahre gekommen.
Das Dieburger Schwimmbad ist in die Jahre gekommen. © Guido Schiek

Parteien äußern sich zu den Alternativen Sanierung und Neubau.

Bei bestem Wetter im Mai blieb Dieburgs Freibad zunächst wegen Reparaturarbeiten geschlossen. Das große Schwimmerbecken war undicht. Die Aufsichtsbehörde beim Kreis drängte darauf, dass Risse abgedichtet werden, um das Erdreich vor eindringendem Chlor zu schützen. Badegäste waren enttäuscht bis verärgert. Bevor das weitere Vorgehen entschieden wird, müssen Zahlen und Kostenschätzungen auf den Tisch. Unabhängig davon positionieren sich die großen Parteien.

Die CDU-Fraktion Dieburg setzt sich für eine Bürgerbeteiligung zur Schwimmbadfrage ein. „Das Thema Freibad interessiert jeden zweiten Dieburger“, sagt Fraktionssprecher Renee Exner. Nun gelte es, detailliert über Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen und die damit verbundenen Kosten und Risiken zu informieren. „Wir erwarten, dass bis spätestens nach den Sommerferien Vorschläge mit genauen Zahlen von der Verwaltung vorgelegt werden.“

Naturschwimmbad wird derzeit geprüft

Aktuell interessiert die CDU: Unter welchen Auflagen ist die Ausnahmegenehmigung für den Badebetrieb ausgestellt worden? Sind seitens der Behörde Fristen genannt worden, bis wann welche Maßnahmen umgesetzt sein müssen? Wie sieht es derzeit mit dem Wasserverlust aus, wie nachhaltig sind die Maßnahmen, die den Wasserverlust stoppen sollen?

Ein Edelstahlbecken einzubauen, sollte in Betracht gezogen werden. Dadurch kämen auf die Stadt jedoch Investitionskosten von mehr als vier Millionen Euro zu. Eine andere Möglichkeit wäre, ein Naturschwimmbad zu realisieren, wie es Bürgermeister Werner Thomas (CDU) vorgeschlagen hat. Dies wird derzeit von der Verwaltung geprüft. Auch die Reparatur des Bades sollte in die Überlegungen einbezogen werden. „Flickschusterei“ dürfe es jedoch nicht geben, so die CDU.

„Wie soll das finanziert werden? Sollen zugunsten des Freibads notwendige Straßensanierungen wie die des Burgwegs verschoben werden? Oder muss sogar in Kauf genommen werden, dass uns seitens der Kommunalaufsicht eine Straßenbeitragssatzung auferlegt wird?“, fragt Exner. „Um eine Schließung des Bades während der Sanierung werden wir nicht herumkommen.“

Die aktuellen Geschehnisse um das Dieburger Schwimmbad zeigen nach Einschätzung der SPD, dass die 60 Jahre alte Einrichtung ihre ökonomische Lebensdauer überschritten hat. Im Rathaus sei das bekannte Problem – das Absacken des Untergrunds – zu lange verdrängt worden. „Weiteres Flickwerk macht keinen Sinn“, so der SPD-Vorsitzende Christian Wohlrab. „Dieburg will und kann sich ein Schwimmbad leisten, es muss jetzt in eine vollständige Erneuerung des Dieburger Bades investiert werden.“

Ebenfalls absehbar sei die Einstellung des Hallenbadbetriebs an der früheren Posthochschule. Daher solle eine Erweiterungsmöglichkeit für ein Hallenbad gleich mit geprüft werden, „auch wenn dies möglicherweise mit der ohnehin fragwürdigen Sportstättenplanung der schwarz-grünen Stadtverordnetenmehrheit kollidiert“.

Wie das Freibad erneuert werden soll, „kann zu diesem Zeitpunkt keine Partei seriös beantworten“, teilten die Grünen auf Anfrage mit. „Für ein Hallenbad wurden in der Vergangenheit bereits ein Grundstück und finanzielle Unterstützung zugesagt. Der Trägerverein hat trotzdem seinen Antrag zurückgezogen. Somit steht ein Hallenbad zurzeit nicht zur Diskussion“, argumentiert Fraktionsvorsitzender Andreas Will. (piz)

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