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Ice-Trasse auf Y-Kurs

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Eine neue Lösung für die ICE-Neubaustrecke schlägt Sven Andersen vor.
Eine neue Lösung für die ICE-Neubaustrecke schlägt Sven Andersen vor. © dpa

Y-Lösung nennt der pensionierter Bahndirektor Sven Andersen sein Modell für die ICE-Neubaustrecke. In Darmstadt soll sich die Trasse Richtung Norden teilen - zum Flughafen und zur Main-NeckarTrasse.

Wenn es um sein Fachgebiet geht, kann sich Sven Andersen schnell in Rage reden. Sein Fachgebiet ist der Bahnverkehr. Es ist der stockende Planungsprozess für die Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke Rhein/Main - Rhein/Neckar, der den pensionierten Bundesbahndirektor aus Düsseldorf umtreibt. "Zehn Jahre lang ist alles schiefgelaufen", ruft Andersen, "und jetzt fahren wir gegen die Wand!"

Um mitzuhelfen, die Debatte wieder auf das richtige Gleis zu setzen, hat der 73 Jahre alte Ingenieur in der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift Eisenbahn-Revue International einen Aufsatz über Probleme bei der Trassierung der Neubaustrecke veröffentlicht. In dem mit mehreren schematisierten Netzplänen und Gleisbelegungsstudien angereicherten Artikel spielt der umstrittene Anschluss Darmstadts an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn eine wichtige Rolle. "Die Bahn hätte nie mit der Aussicht auf einen Halt in Darmstadt an die Öffentlichkeit gehen dürfen", sagt er. "Der Abstand zu Frankfurt ist viel zu kurz. Das wäre kein ICE-Verkehr mehr."

Ganz abbügeln mag er die südhessischen Wünsche aber doch nicht. "Bei dem Vorschlag einer Vorbeitrassierung der Neubaustrecke an Darmstadt musste die Bahn sich Gedanken machen, in welch anderer Form sie den Interessen der Region entgegenkommen kann.

Schnelle Züge zum Flughafen

Einen solchen Vorschlag hat Andersen erarbeitet. Sein Modell nennt er Y-Lösung. Der Ingenieur hält es für sinnvoll, den ICE-Verkehr in Frankfurt auf drei Stationen zu verteilen: den in seiner Bedeutung wachsenden Flughafen-Bahnhof, den Hauptbahnhof und den Südbahnhof, der künftig eine stärkere Rolle spielen soll. Hier kommt Darmstadt ins Spiel. Dort soll sich die ICE-Strecke in Nordrichtung Y-förmig aufteilen: Ein Zweig verläuft Richtung Flughafen, der andere auf der bestehenden Main-Neckar-Trasse. Etwa 30 Prozent des ICE-Verkehrs dürften auf der Flughafen-Trasse, 70 Prozent auf der Main-Neckar-Trasse fahren.

Das Bonbon für Darmstadt wäre eine schnelle Verbindung vom Hauptbahnhof zum Flughafen - und damit zum Hochgeschwindigkeitsnetz - auf der westlichen Y-Trasse. Da dort der kleinere Teil der ICE-Züge fahre, seien Kapazitäten frei für zwei schnelle Züge pro Stunde, die aus Darmstadt zum Flughafen fahren. (bad)

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