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Waldschützer in Darmstadt demonstrieren gegen eine ICE-Strecke durch den Westwald.
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Waldschützer in Darmstadt demonstrieren gegen eine ICE-Strecke durch den Westwald.

Darmstadt/Groß-Gerau

ICE-Neubaustrecke: Planung entspricht nicht wachsendem Bedarf

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Darmstadt und die drei südhessischen Landkreise Groß-Gerau, Bergstraße und Odenwald fordern, die Neubautrasse Frankfurt - Mannheim mit den Prognosen zu planen, die über das Jahr 2030 hinausgehen.

Die geplante ICE-Trasse von Frankfurt nach Mannheim ist in der geplanten zweigleisigen Variante möglicherweise nicht dem steigenden Bedarf im Schienenverkehr gewachsen. Denn die ihr zugrunde liegende Bedarfsprognose basiert „auf völlig veralteten Grundannahmen“. Das geht aus einem der Frankfurter Rundschau vorliegenden Brief hervor, den die Stadt Darmstadt, die Kreise Groß-Gerau und Bergstraße sowie der Odenwaldkreis an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CDU) geschrieben haben.

Darin heißt es, seit der Aufstellung des aktuellen Bundesverkehrswegeplans seien die Anforderungen des Klimaschutzes gestiegen. Daraus folge beim Schienengüterverkehr eine enorme Steigerung. Die Politiker aus Südhessen sehen in der Neubaustrecke „ein Jahrhundertprojekt, von dem man erwarten muss, dass es die Kapazitätsengpässe für einen langen Zeitraum beseitigt“. Jetzt fürchten sie, „dass das laufende Verfahren ohne ein verbindliches Ergebnis bleiben wird“.

Grund seien Vorgaben aus dem Bundesverkehrsministerium, wegen denen die Deutsche Bahn eine Erörterung ablehne. Der Kreis Groß-Gerau teilte der FR mit, man stelle nicht die Vorzugstrasse in Frage. Es gehe darum, den bestmöglichen Lärmschutz für Anlieger zu erhalten.

Die Frankfurter Rundschau hatte zuvor berichtet, dass ein Teil der Güterzüge, die aus dem Nordosten Deutschlands kommen, bei Darmstadt nicht südlich auf die Neubaustrecke einbiegen kann. An der Nordanbindung in Weiterstadt fehlt eine entsprechende Kurve; die Südanbindung entlang der Eschollbrücker Straße ist nur für ICE vorgesehen. Die Folge: Diese Güterzüge nehmen entweder eine Route über Frankfurt, um auf die Neubaustrecke einzubiegen. Oder sie fahren eben doch über die alten, einiger lärmgeschützten Strecken durch die Städte im Ried oder entlang der Bergstraße.

Die Unterzeichner, Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), die Landräte Thomas Will (SPD), Christian Engelhardt (CDU) und Frank Matiaske (SPD) kritisieren ferner, dass die Bahn das Teilprojekt drittes Gleis für die Riedbahnstrecke zwischen Groß-Gerau und Riedstadt ausklammern will. Aus ihrer Sicht ist eine isolierte Betrachtung nicht zielführend: „Erhebliche Belastungen in einem Teilgebiet unserer Region sind zu erwarten, denn hier soll für eine Güterverkehrsstrecke eine Schneise durch Siedlungsgebiete geschlagen werden.“

Es sei zu erwarten, dass Naturschutzgebiete erheblich beeinträchtigt werden, mit der Folge, dass das Projekt undurchführbar werden könnte. Dies hätte Auswirkungen auf die Neubaustrecke, die zweigleisig geplant allein nicht den Kapazitätsengpass auflösen könne. Die Bahn habe bislang keinen Vorschlag zur Lösung vorgelegt und auf die Parlamentarische Befassung verwiesen, in die die Region ihre Forderungen einbringen könne. „Zahlreiche Teilnehmer des Beteiligungsforums fordern deshalb den viergleisigen Bau der neuen Strecke, damit diese das Wachstum im Güterverkehr aufnehmen kann“, heißt es in dem Schreiben.

Darmstadt: Westwaldallianz fürchtet zweispurige Südanbindung

Für Darmstadt sieht sich die Westwaldallianz in ihren Befürchtungen bestärkt, dass es doch zum zweigleisigen Ausbau der geplanten Südanbindung und Güterverkehre entlang der Eschollbrücker Straße kommen könnte. Bislang widersprach die Stadt vehement solchen Ideen. Auch der Brief an Minister Scheuer beziehe sich in keiner Weise auf die Anbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs, teilte die Stadt der FR mit. Die Südanbindung werde nur für den schnellen Personenverkehr geplant. „Güterverkehr wird es bei dieser Variante an der Eschollbrücker definitiv nicht geben – weder eingleisig noch zweigleisig“, so der OB.

Laut Westwaldallianz wurde aber im letzten Beteiligungsforum dargelegt, „dass eine zweigleisige güterzugtaugliche Südanbindung des Hauptbahnhofs für die steigenden Zugzahlen“ unabdingbar sei. Simone Schramme von der Westwaldallianz hält deshalb das Szenario Güterverkehr entlang der Eschollbrücker nicht für „so unrealistisch“, wie sie der FR sagte.

Die aktuelle Vorzugsvariante beinhaltet eine eingleisige ICE-Südanbindung für Darmstadt.

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