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ice
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Ein ICE.

Darmstadt

ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim: Für einen neuen und längeren Tunnel bei Darmstadt

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Die Stadt Darmstadt will im Zuge des geplanten Baus der neuen Schnellbahnstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim mehr Lärmschutz für die Siedlungen erreichen.

Zweieinhalb Wochen, nachdem die Deutsche Bahn ihre Entscheidung bekanntgegeben hat, dass der Darmstädter Hauptbahnhof mit einer eingleisigen Südanbindung entlang der Eschollbrücker Straße an die geplante neue ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim angebunden werden soll, hat die Stadt Darmstadt weitergehende Forderungen an das Unternehmen vorgelegt.

Nach den Vorstellungen der Stadt sollte die komplette Verbindungs-Trasse bis zur Autobahn 5 in einem bergmännischen Tunnel an der Heimstättensiedlung vorbeiführen.

Die Planung der Bahn sieht derzeit nur einen Tunnel vom „Memory Field“, der Homebase des Baseballclubs Darmstadt Whippets, bis zur Main-Neckar-Bahn vor. Von dem früheren amerikanischen Sportgelände bis zur A5 soll die Trasse nach den Plänen der Bahn in einem Trog verlaufen.

Um die Siedlung Tann im Westen der Stadt vor Lärm zu schützen, fordert die Stadt auch für die Hauptstrecke der Schnellbahntrasse im Bereich des Darmstädter Autobahnkreuzes den Bau eines weiteren Tunnels in bergmännischer Bauweise. Einen solchen Tunnel sieht die Bahn aber nur weiter nördlich vor. Westlich der Siedlung Tann soll die Bahntrasse ebenfalls in einem Trog verlaufen.

Die Haupttrasse der ICE-Neubaustrecke soll nach den Plänen der Deutschen Bahn entlang der Autobahnen 5 und 67 verlaufen. Vorgesehen ist, den Darmstädter Hauptbahnhof mit einer eingleisigen Trasse an die Schnellbahnstrecke anzubinden.

OB Partsch: In Darmstadt wurde „mit Horroroszenario Angst geschürt“

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) teilte mit, nach der Entscheidung für die Südanbindung müssten nun vor der parlamentarischen Beschlussfassung „die besten Rahmenbedingungen für Mensch und Umwelt festgelegt werden“.

Im Gegensatz zu der Behauptung, dass die ICE-Südanbindung 150 Hektar Westwald in Darmstadt kosten werde, geht die Bahn laut Partsch nach ersten Berechnungen für die Gesamtstrecke bis Mannheim von einem Einschlag von unter 100 Hektar aus, der zudem ausgeglichen werden müsse.

Auch sei nun endgültig belegt worden, dass das „Horrorszenario einer zweigleisigen Güterstrecke an der Eschollbrücker Straße“, mit dem in der Heimstätten-Siedlung Angst geschürt worden sei, „in das Reich der Fabeln gehört“, so Partsch.

Die Stadt will zudem erreichen, dass die Vorbereitungen zum Schutz und zur Wiederaufforstung der betroffenen Waldränder bald beginnen und dass nicht nur an der Neubaustrecke, sondern auch an den Bestandsstrecken der Bahn ein „größtmöglicher Schallschutz“ geschaffen wird.

ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim: Schutzgemeinschaft gegen Vorzugs-Trasse

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hat indes rechtliche Bedenken an der von der Bahn ausgewählten Vorzugsvariante geäußert. Der Landesverband Hessen äußerte in einer Mitteilung, die Vorzugs-Trasse der Bahn sei „rechtswidrig“, weil sie gegen Europarecht verstoße und das Bundesnaturschutz- sowie das Wasserhaushaltsgesetz verletze.

Die Entscheidung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens über die Zulässigkeit von Eisenbahntrassen treffe auch nicht die Deutsche Bahn, sondern das Eisenbahnbundesamt, schreibt der SDW-Landesverband.

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