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Falschinformation: Entgegen der Befürchtung der Westwaldallianz werden keine Güterzüge entlang der Eschollbrücker Straße fahren. Und die Schnellzüge werden auf einer eingleisigen Strecke größtenteils in einem Tunnel unterwegs sein.

Darmstadt

ICE-Neubaustrecke: „Lösung mit enormem Potenzial“

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch lobt die Entscheidung der Bahn zur Anbindung der Stadt an die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim. Die Bürgerinitiative „Westwaldallianz“ spricht von einem „Super-Gau“.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) befürwortet die Pläne der Deutschen Bahn. Sie sehen unter anderem vor, den Hauptbahnhof in südlicher Richtung mit einem bergmännischen Tunnel parallel zur Eschollbrücker Straße an die ICE-Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim anzubinden.

Partsch bezeichnet die von der Bahn im Beteiligungsforum präsentierte Vorzugsvariante als „großen Erfolg unserer Verhandlungen“. Nach fast zwanzigjähriger Debatte sei nun der Weg für den Anschluss Darmstadts an das europäische Schnellbahnnetz geebnet. Die vorgestellte Lösung beinhalte „enormes Potenzial“. Die Darmstädter Forderungen seien zum größten Teil erfüllt worden.

Südanbindung Darmstadt: OB lobt „größtmöglichen Nutzen für die Mobilität“

„Bei geringstmöglichen Eingriffen in städtische Strukturen und Schonung des Westwalds erzielen wir auf der Schiene den größtmöglichen Nutzen für die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger – im Fernverkehr, der nun Darmstadt fester in das Netz schneller überregionaler Verbindungen knüpfen wird, und im Nahverkehr, der auf den vorhandenen Strecken des Rhein-Main-Neckar-Raums deutlich mehr Trassen-Kapazität erhalten wird.“

Stadt, Kreise und IHK freuen sich über ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt-Rhein-Main-Neckar, die Landkreise Groß-Gerau, Bergstraße, der Odenwaldkreis und die Stadt Darmstadt freuen sich gemeinsam über die Neubaustrecke. Sie bringe der Region eine regelmäßige Anbindung an einen beschleunigten Fernverkehr und weniger Güterverkehr in den Ortslagen der Bestandsstrecken.

Wichtig sei, den Regional- und Nahverkehr auszubauen. „Zuverlässigere und häufigere Verbindungen zwischen den Städten steigern die Mobilitätsangebote und die Attraktivität des ländlichen Raums als Standort für Wirtschaft und Fachkräfte. So können Gewerbe- und Wohnbaupotenziale erschlossen werden, die die Großstädte vom Wachstumsdruck entlasten“, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Unterzeichner erwarten, dass auf der Basis einer aktuellen Güterverkehrsprognose überprüft wird, ob mit der zweigleisigen Neubaustrecke auf lange Sicht genügend Kapazitäten auf den Bestandsstrecken für eine substanzielle Verbesserung des Nah- und Regionalverkehrs frei werden.

Südanbindung Darmstadt: BI Westwaldallianz spricht von „Super-Gau“

Die Bürgerinitiative „Westwaldallianz“ spricht dagegen von einem „Super-Gau für die Darmstädter Heimstättensiedlung“. Sie ist enttäuscht, weil eine von ihr bevorzugte Trasse ausschied: „Die Bahn traf die Entscheidung gegen Umwelt und Natur.“

Nach Auffassung der „Westwaldallianz“ wird die Fernverkehrsanbindung Darmstadts mit Entscheidung ihrer Zukunft beraubt. Sie bleibe mit zwei ICE-Anbindungen pro Stunde auf dem mangelhaften Niveau der vergangenen Jahrzehnte. Die allermeisten Fernverkehrszüge im europäischen Fernverkehrsnetz würden „weiterhin an Darmstadt vorbeifahren“.

Vertreter der Deutschen Bahn erklärten am Freitag auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau, alle im Deutschlandtakt vorgesehenen 32 ICE-Halte in Darmstadt seien mit der eingleisigen Südanbindung möglich.

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