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Hund teurer geworden

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Von: Lara Feder

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Die Stadt hebt den Steuersatz für Hunde an. Ein Tier kostet den Halter nun 120 Euro pro Jahr, das zweite 156 Euro, der dritte und jeder weitere Hund 192 Euro. Die SPD befürchtet überfüllte Tierheime.

Seit Jahresbeginn kostet Hundebesitzer ihr Haustier 120 Euro an Hundesteuer pro Jahr. 24 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr, der zweite Hund kostet gar 30 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr. Der dritte und jeder weiterer Hund schlägt nun mit 192 Euro zu Buche und ist 36 Euro teurer als zuvor.

Die Fraktionen der Grünen und der CDU hatten die Erhöhung beantragt. Obwohl es Gegenstimmen aus den Reihen von SPD, AfD, Die Linke, FDP und UWIGA gab, wurde der Antrag Ende Dezember beschlossen. Zuletzt wurde die Steuer im Jahr 2014 erhöht.

„Damit hat sich die Hundesteuer in den vergangenen vier Jahren nahezu verdoppelt“, kritisiert die SPD in einer Pressemitteilung. Trotz der Erhöhung liege Darmstadt mit dem angepassten Steuersatz landesweit noch immer im Mittelfeld, heißt es im Antrag. Wiesbaden zum Beispiel bitte Hundebesitzer mit 180 Euro zur Kasse.

Während die Kosten für den ersten und zweiten Hund unter dem landesweiten Durchschnitt liegen, ist der dritte und jeder weitere Hund in Darmstadt überdurchschnittlich teuer.

Die Stadt rechnet mit Mehreinnahmen von knapp 120 000 Euro. Dadurch werde es möglich, weitere Infrastruktur für die Sauberkeit öffentlicher Plätze – beispielsweise Hundekotbeutel – zur Verfügung zu stellen. Jüngst seien zum Beispiel im Bürgerpark gesonderte Hundewiesen ausgewiesen und mit Schutzzäunen gesichert worden. So komme die Stadt „dem Wunsch der Bürgerschaft nach vermehrter Sauberkeit“ nach.

„Wir halten diese Erhöhung für unsozial“, sagt Moritz Röder, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD. Gerade Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen seien durch die hohen Mieten und Nebenkosten bereits erheblich belastet. Wirtschaftlich schlecht gestellte Hundehalter, etwa Empfänger der Grundsicherung, erhalten weiterhin eine Ermäßigung.

„Die Hundebesitzer sind diesen Erhöhungen ausgeliefert“, kritisiert die SPD. Bei einem Hund handele es sich schließlich nicht um ein Ding, das man abgeben kann, wenn die Steuer zu teuer wird. Durch die Erhöhung riskiere die Stadt, dass „sich die Tierheime füllen oder Tiere nicht mehr angemeldet werden“, meint Moritz Röder.

Seine Forderung: „Gerade die Hundesteuer muss verlässlich sein und darf nicht explodieren, wie das in den vergangenen Jahren in Darmstadt geschehen ist.“

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