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Hotelzimmer sollen es richten

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Trotz Willkommensgruß bleiben im Darmstadtium die Gäste aus.
Trotz Willkommensgruß bleiben im Darmstadtium die Gäste aus. © Roman Grösser

Mit den Gästen bleiben im Darmstadtium die Einnahmen aus: 4,1 Millionen Euro betrug das Minus des Wissenschafts- und Kongresszentrums Darmstadt im vergangenen Jahr. Dabei trübt nicht nur die Wirtschaftskrise die Bilanz.

Mit den Gästen bleiben im Darmstadtium die Einnahmen aus: 4,1 Millionen Euro betrug das Minus des Wissenschafts- und Kongresszentrums Darmstadt (WKZ) im vergangenen Jahr. Dabei trübt nicht nur die Wirtschaftskrise die Bilanz. WKZ-Geschäftsführer Klaus Krumrey beklagt zudem Einnahmeausfälle, weil die Hotelinfrastruktur nicht ausreichend sei. Für 2010 rechnet der Darmstadtium-Chef jedoch mit einem deutlichen Einnahmezuwachs.

Dabei habe er die Kosten bereits um eine halbe Million gedrückt, sagt Krumrey angesichts des Defizits von 4,1 Millionen Euro. Unter anderem sei dies über niedrigere Marketingausgaben geschehen: "Das kann man nur einmal machen." Somit bleibt ein um fast 700 000 Euro höherer Zuschussbedarf als im städtischen Haushalt und im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Immobilienmanagement bereitgestellt worden ist. Dennoch soll die Stadt nicht mehr als geplant zahlen. Über Mehreinnahmen und eine Umstrukturierung bei den Finanzen will der WKZ-Chef schon in diesem Jahr das Minus unter den in Haushalt und Wirtschaftsplan fixierten 3,4 Millionen Euro halten. "Innerhalb von zwei Jahren ist dann das zusätzliche Defizit abgetragen", sagt Krumrey. Dazu muss aber der städtische Zuschuss gleich hoch gehalten werden.

Erstmals gibt es eine Warteliste

Basis für diese Berechnungen sind die vorliegenden Buchungen. "Das sieht sehr gut aus", erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin Hildegard Schoger. Derzeit lägen 134 feste Buchungen vor - 34 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres. Erstmals gibt es eine Warteliste. Auch ist durch weltweite Werbeauftritte der Anteil internationaler Kunden im vergangenen Jahr auf zehn Prozent gestiegen.

Große Veranstaltungen in diesem Jahr sind unter anderem die Auftaktveranstaltung mit Hauptversammlung der Software AG mit mehr als 1000 Gästen sowie wissenschaftliche Kongresse und Konferenzen zur Informationstechnik. Nach zwei Jahren gibt es bereits Stammkunden: Merck, Evonik und die Sparkasse gehören dazu. Ebenso die Technische Universität, die sich zu einem Veranstaltungskontingent von 500 000 Euro verpflichtet hat.

Doch die ganz großen Tagungen, von denen wenige genügen, um einen Großteil der Einnahmen zu sichern, gibt es nicht. Dafür reicht das Raumangebot nicht aus, auch die Infrastruktur fehlt.

Krumrey beklagt, dass die Hotelkapazitäten nicht ausreichten. Vor allem in der Drei- und Vier-Sterne Kategorie. Allein im ersten Halbjahr habe es deshalb fünf Absagen gegeben. 350 000 Euro seien der WKZ dadurch entgangen. Zwar gibt es in Darmstadt rund 3400 Hotelbetten, doch längst nicht alle in der nachgefragten Kategorie. Aus der Sicht des WKZ-Geschäftsführers fehlt ein Drei- bis Vier-Sterne-Hotel mit bis zu 300 Zimmern. Nach eigenen Angaben hat Krumrey einen Investor an der Hand: die Hyatt-Gruppe. Er hat bereits einen Vorschlag für den Standort: auf dem Platz neben der Stadtmauer, schräg gegenüber dem Jugendstilbad. Er hofft, dass das zusätzliche Hotel bis 2014 gebaut ist. Dann soll das Darmstadtium Schauplatz des Deutschen Ärztetages sein, für den 1300 Hotelzimmer gebraucht werden.

Unterdessen sind die Bauarbeiten am Kongresszentrum abgeschlossen. So wurden im vergangenen Jahr unter anderem Fluchtwege komplettiert, neue Vortragsräume sowie Künstlergarderoben eingerichtet und ein Zugang zum Restaurant Calla gebaut.

Wie teuer das Darmstadtium gewesen ist, darüber herrscht Schweigen. Zahlen seien Sache des Aufsichtsratsvorsitzenden, sagt Krumrey. Doch Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) ist seit Monaten nicht bereit, die Investitionskosten zu nennen. ( rf)

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