Darmstadt

Hotel Ritz für wilde Bienen

Beim Internationalen Waldkunstpfad werden Insektenhotels für die Honigsammler gebastelt. Bienen sind sehr wichtig für die Bestäubung.

Es beginnt mit einem quadratischen Holzkästchen, etwa 15 Zentimeter Seitenlänge. Das Holz darf nicht zu harzig sein, Nadelbäume sind daher nicht geeignet. Ansonsten sind die späteren Bewohner eher genügsam. Ein Hotel für Wildbienen soll am Ende eines Workshops aus dem Holzgerüst entstehen – deshalb haben sich viele Kinder mit ihren Eltern oder älteren Geschwistern am Siebten Internationalen Waldkunstpfad eingefunden.

„Zuerst kann man das Äußere des Hotels bunt anmalen“, erklärt Andrea Bachmann, „dann kommt Mörtel hinein und wir füllen den Kasten mit Bambusröhrchen.“ Geologin Bachmann leitet gemeinsam mit Biologin Kirstin Gerber das Projekt. Beide sind Ranger für den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und machen mit der heiteren Bastelei auch auf den Naturschutz aufmerksam.

Der Lebensraum schrumpft

„Durch die Verstädterung wird der Lebensraum für die Wildbienen immer enger“, sagt Gerber. „Dazu kommen Milbenerkrankungen und der Rückgang des Imkerberufs. Dabei sind Bienen so wichtig für die Bestäubung von Früchten.“

Das wissen auch die Geschwister Adrian und Sarah bereits. „Wir haben selbst Obstbäume zuhause im Garten, da wollen wir natürlich, dass die Bienen zu uns kommen“, erklären sie. Damit das gelingt, müssen in das Hotel aber noch die etwa sieben Zentimeter langen Bambusröhrchen als „Suites“, sodass die Gäste sich möglichst wohlfühlen. Doppelzimmer sind dabei nicht nötig, denn die Wildbienen sind alleine – „solitär“ – unterwegs.

Hat ein Bienenweibchen sein Ei in eines der Röhrchen abgelegt, dauert es nicht lange, ehe der Nachwuchs schlüpft. Sein Dasein ist jedoch nur von geringer Dauer, etwa vierzig Tage dauert ein Sommerbienenleben. Bevor sich die Gäste im Miniatur-Ritz einfinden können, muss das Hotel angemessen aufgehängt werden. Am besten sei eine Ausrichtung nach Süden oder Südwesten, erklären Andrea Bachmann und Kirstin Gerber. So könne das Sonnenlicht optimal ausgenutzt werden. (eda)

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