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Azubis beim ehemaligen  Schenck-Betrieb: Seitdem Horiba vor vier Jahren das Ruder übernommen hat, praktiziert die Geschäftsleitung zunehmendTarifflucht.
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Azubis beim ehemaligen Schenck-Betrieb: Seitdem Horiba vor vier Jahren das Ruder übernommen hat, praktiziert die Geschäftsleitung zunehmendTarifflucht.

Tarifstreit

Horiba-Mitarbeiter drohen mit Streik

Der Tarifstreit im ehemaligen Schenck-Betrieb spitzt sich zu. Die IG Metall und der Betriebsrat rüffeln die Firmenleitung, weil sie sich Stück für Stück vom Tarifvertrag verabschiede. Von Frank Schuster

Von FRANK SCHUSTER

Die Industriegewerkschaft (IG) Metall kritisiert, dass sich der japanische Horiba-Konzern seit Übernahme der Darmstädter Maschinenbau-Firma Schenck Pegasus vor vier Jahren "Stück für Stück vom Tarifvertrag" verabschiede. In dem für die Entwicklung von Kraftfahrzeug-Prüfständen zuständigen Unternehmen Horiba Automotive Test Systems (ATS) in der Landwehrstraße arbeiten von ehemals 320 noch rund 270 Mitarbeiter. Nach einer Betriebsversammlung droht sich nun der Tarifkonflikt zuzuspitzen. IG Metall und Betriebsrat kündigen für den Fall, dass die Geschäftsführung uneinsichtig bleibt, Warnstreiks an.

Die Darmstädter Niederlassung schreibt nach Darstellung von Gewerkschaft und Betriebsrat aufgrund von Missmanagement - trotz leicht gesteigerter Umsätze 2008 - das vierte Jahr in Folge rote Zahlen. "Die Stimmung in der Belegschaft ist gedrückt", sagte Betriebsratsvorsitzender Jürgen Seeber in einer Pressekonferenz am Mittwoch im Gewerkschaftshaus. "Die Mitarbeiter wollen Rechtssicherheit."

Laut IG Metall und Betriebsrat werden neu eingestellte Kollegen nicht mehr nach den noch bei Horiba-Übernahme vertraglich festgelegten Tarifen der Metall- und Elektroindustrie bezahlt, sondern erhalten im Vergleich zu den schon unter Schenck-Zeiten angestellten Kollegen zehn Prozent weniger an Lohn. Betroffen sind nach Betriebsratsangaben zwischen 20 und 30 Mitarbeiter.

In der Betriebsversammlung, an der laut Seeber rund 250 der 270 Mitarbeiter teilnahmen, habe die Belegschaft die Tarifbindung über den Abschluss eines Anerkennungstarifvertrages oder den Eintritt in den Arbeitgeberverband der Metallindustrie gefordert. Die Geschäftsführung habe dies jedoch ausgeschlagen.

Die anhaltende wirtschaftliche Talfahrt ist nach Meinung des Betriebsrates nicht nachzuvollziehen. Die Automobilindustrie brauche ständig neue Simulations-, Mess- und Prüftechniken, sagte Seeber. Konkurrenzunternehmen wie die österreichische AVL (Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen List) hätten im gleichen Zeitraum Gewinne erzielt. Ein Fehler des Horiba-Managements sei es gewesen, die Entwicklung von Getriebeprüfständen in die USA auszulagern. Zudem laufe es in der Akquise, im Einkauf und der Einhaltung von Terminen nicht rund."Das Bestreben, die Tarifbindung loszuwerden, entspricht der Unfähigkeit, die Firma Horiba in Darmstadt zu positiven Geschäftsergebnissen zu führen", sagte IG Metall-Geschäftsführer Günter Lorenz. "Es liegt nun an der Belegschaft, ob sie bereit ist, die Tarifbindung durch Organisation in der IG Metall und Aktionen bis hin zum Streik zu erzwingen."

Das Management der Darmstädter Horiba-Niederlassung ist überrascht über die "Schärfe des Tons, den Betriebsrat und Gewerkschaft anschlagen", wie Geschäftsführer Karl-Hermann Breyer auf Anfrage der Frankfurter Rundschau sagte. Noch am Nachmittag hatte er eine schriftliche Stellungnahme auf die Vorwürfe von IG Metall und Betriebsrat angekündigt. Am Abend sagte er diese jedoch telefonisch wieder ab. Die Geschäftsführung erbitte sich Bedenkzeit. Bis Ende dieser Woche wolle sie allerdings Stellung bezogen haben.

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