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Der bronzene Puma von Bernhard Hoetger ist am südlichen Eingang des Platanenhains zu finden.

Darmstadt

Hommage an andere Kulturen

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Der Platanenhain der Darmstädter Mathildenhöhe ist restauriert. Das Landesamt für Denkmalpflege dokumentiert und erläutert in einem Heft die Arbeiten.

Der um das Jahr 1830 angelegte Platanenhain auf der Mathildenhöhe ist Teil einer Parkanlage, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand. Der Hain wird nach Osten und Süden zum Teil von einer Stützmauer begrenzt. Im Norden und Westen umgibt ihn eine mit Efeu berankte Wand. Der Platanenhain ist frei zugänglich und wird auch in den Wintermonaten von Boule-Spielern genutzt.

1911 berief der damalige Großherzog Ernst Ludwig den Bildhauer Bernhard Hoetger an die Darmstädter Künstlerkolonie, um den Platanenhain für die vierte Ausstellung der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe im Jahr 1914 künstlerisch zu gestalten. Hoetger nutze den Auftrag, um ein Gesamtkunstwerk unter freiem Himmel mit mehr als 40 Skulpturen und Plastiken aus Natur- und Kunststein, Reliefwänden und Inschriften zu schaffen, in dem das Thema „Werden und Vergehen“ und der „Kreislauf allen Lebens“ mit dem Symbol des Wassers seinen künstlerischen Ausdruck findet.

Im Jahr 2005 begann die Stadt Darmstadt  unter der fachlichen Begleitung des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen mit der Planung und – darauf aufbauend – von 2011 an mit der Restaurierung der Hoetger-Figuren und der Ziergitter. Das Landesamt hat nun die Restaurierung und Konservierung des Gesamtkunstwerks Platanenhain, der einer der beliebtesten Orte der Stadt ist, in einer neuen Publikation dokumentiert. Wesentliche Ergebnisse der Publikation seien auch in die Unesco-Welterbenominierung eingeflossen, sagte am Montag Markus Harzenetter, der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, bei der Vorstellung des Bandes. Philipp Gutbrod, der Direktor des Instituts Mathildenhöhe, teilte zudem mit, dass das zwei Telefonbücher dicke Nominierungsdossier inklusive diverser Gutachten, Dokumentationen und Managementpläne inzwischen fertiggestellt worden sei. 

Harzenetter erläuterte, dass sich Hoetger stilistisch vom Impressionismus abgewendet und vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein frühes expressionistisches Werk geschaffen habe. Ikonografisch habe Hoetger Motive aus der christlichen Bildtradition mit altägyptischen und hinduistischen kombiniert und in der Zeit des Kaiserreichs „einen interkulturellen Ort mit universeller Spiritualität kreiert“. Harzenetter bezeichnete den Platanenhain als „Hommage an mehrere Kulturen und Religionen“.

Die acht Autoren des 146 Seiten umfassenden Bandes widmen sich zum einen der facettenreichen Entwicklung und der Historie des Gesamtkunstwerks. Zudem werden die Restaurierungsarbeiten, das Konzept zum Umgang mit den Bildwerken sowie das Nutzungs- und Pflegekonzept erläutert.

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