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Hommage an Cristof Yvoré im Kunstforum der TU Darmstadt

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Von: Jens Joachim

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Blumig: Das Ölgemälde aus dem Jahr 2009 ist eine Leihgabe des Ehepaars Sander.
Blumig: Das Ölgemälde aus dem Jahr 2009 ist eine Leihgabe des Ehepaars Sander. © Sammlung Sander

Das Kunstforum der TU Darmstadt zeigt bis Ende März im Ausstellungsraum im Hauptgebäude der Universität ausdrucksstarke Stillleben des 2013 verstorbenen französischen Malers Cristof Yvoré.

Gefäße, Blumen, Kürbisse, die karge Ecke eines Raums oder ein schlichter leerer Tisch: Das Kunstforum der Technischen Universität (TU) Darmstadt gibt derzeit in einer Ausstellung einem alten Genre der bildenden Kunst einen besonderen Raum – dem Stillleben. In der Schau im Alten Hauptgebäude auf dem Campus Mitte der TU werden Gemälde des französischen Künstlers Cristof Yvoré präsentiert.

Der 1967 im französischen Tours geborenen und 2013 viel zu früh in Marseille verstorbene Yvoré hatte einst über seine Malerei gesagt: „Jedes Gemälde ist ein einzigartiges Ereignis, das sich nicht wiederholen kann.“ Seine ausdrucksstarken Stillleben befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Bronx Museum of the Arts, im Hudson Valley for Contemporary Art in New York oder im M Woods Museum in der chinesischen Hauptstadt Peking.

Yvoré-Schau im Kunstforum der TU Darmstadt ist Finale einer Ausstellungstrilogie

Die Schau im TU-Kunstforum ist zugleich der Abschluss einer Ausstellungstrilogie. In den Jahren 2019 und 2020 hatten bereits das Fonds régional d’art contemporain (FRAC) Provence-Alpes-Côte d’Azur und das FRAC Auvergne in Kooperation mit der Galerie Zeno X im belgischen Antwerpen Yvorés Gemälde ausgestellt.

Für die Ausstellung in Darmstadt hat Kuratorin Julia Reichelt, die seit 2016 das Kunstforum der TU Darmstadt leitet, den Titel „Still Life“ gewählt. Auch Leihgaben aus der in Darmstadt ansässigen Sammlung Sander des Ehepaars Gisa und Hans-Joachim Sander sind im Ausstellungsraum des Kunstforums an der Hochschulstraße zu sehen.

Stillleben von Cristof Yvoré im Kunstforum der TU Darmstadt

Kuratorin Reichelt ist insbesondere fasziniert von der Fähigkeit Cristof Yvorés zur Reduktion und zum Minimalismus. Zugleich habe der Künstler „der Malerei die ganze Bühne gegeben“ und Farbigkeit fein nuanciert. Manche seiner Gemälde – wie etwa die Blumenmotive – seien fantasievoll, andere wirkten bisweilen mysteriös.

Yvoré, so Reichelt, habe mehr als zwei Jahrzehnte lang seine Bilder um wenige Themen zentriert: So seien seine klassischen Stillleben oder Interieur-Details von Innenräumen entstanden. „Wie aus der Erinnerung gemalt, sind diese Gemälde bar jeden Wunsches nach naturalistischer Wiedergabe des gewählten Ausschnittes oder Gegenstandes“, sagt Reichelt. So habe der Maler wiedererkennbare Alltagsgegenstände auf ihre einfachste Ausdrucksform reduziert.

Darmstadt: Ausstellung „Still Life“ im Kunstforum der TU

Für Yvoré sei die Beschäftigung mit dem Stillleben in erster Linie eine Auseinandersetzung mit der Malerei und dem malerischen Ausdrucksmittel an sich gewesen. Reichelt zufolge sind es die einfachen und die alltäglichen Dinge im Inneren des Hauses, die sich vorrangig als Motive in seinen ruhigen und stets menschenleeren Gemälden wiederfinden – der Lichtfleck an der Wand eines Zimmers, die Falten eines zugezogenen Vorhangs, ein Tisch mit einer leeren oder mit Blumen aller Formen und Farben gefüllten Vase.

„Ich führe keine Voruntersuchungen durch, ich schaue mir keine Abbildungen an, ich kopiere keinen Modus, ich erinnere mich einfach an einen zuvor beobachteten Gegenstand“, beschrieb Yvoré einst seine Maltechnik.

Rahmenprogramm

Ein Workshop mit dem Titel „Vom Pinselstrich zum Kameraklick“ beginnt am Dienstag, 17. Januar, um 18 Uhr im Ausstellungsraum des Kunstforums. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine öffentliche Führung durch die Ausstellung mit Kunstforum-Mitarbeiter Torsten Bruns beginnt am Sonntag, 22. Januar, um 16 Uhr.

Eine Kurzführung in der Mittagspause bietet am Mittwoch, 25. Januar, um 12 Uhr Mitarbeiterin Imke Murchel an.

Eine Familienführung durch die Ausstellung ist am Sonntag, 5. Februar, ist um 16 Uhr geplant.

Zur Veranstaltung „Bildschirm aus – Licht an: Feierabend“ lädt dann das Kunstforum-Team am Donnerstag, 9. März, um 18 Uhr in den Ausstellungsraum im Alten Hauptgebäude der Universität, Hochschulstraße 1, erstmals ein, um sich bei Musik und Drinks mit Yvorés Werken zu beschäftigen.

Kunstforum der TU Darmstadt: Yvoré-Ausstellung noch bis Ende März zu sehen

Die Ausstellung „Cristof Yvoré. Still Life“, die von einem umfangreichen Rahmenprogramm flankiert wird, kann noch bis einschließlich Sonntag, 26. März, im Kunstforum der TU Darmstadt im Alten Hauptgebäude der Universität, Hochschulstraße 1, besichtigt werden.

Bis zum Ende der Winterferien bleibt der Ausstellungsraum allerdings noch geschlossen. Von Mittwoch, 11. Januar, an kann die Ausstellung mittwochs bis sonntags in der Zeit von 13 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen online unter www.tu-darmstadt.de/kunstforum

Der Katalog zur Ausstellung „Cristof Yvoré. Still Life“ umfasst 192 Seiten. Er ist für 20 Euro im Kunstforum der TU Darmstadt erhältlich.
Der Katalog zur Ausstellung „Cristof Yvoré. Still Life“ umfasst 192 Seiten. Er ist für 20 Euro im Kunstforum der TU Darmstadt erhältlich. © Jens Joachim

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