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So soll die neue Pfungstädter Brauerei aussehen. Visualisierung: Pfungstädter Brauerei Hildebrand

Pfungstadt

Immobilieninvestor will Pfungstädter übernehmen

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Unternehmer Uwe Dieter Krück will Millionen in die Verlegung und den Neubau der Brauerei investieren. Am bisherigen Standort am Pfungstädter Bahnhof soll ein Wohngebiet entstehen.

Die Pfungstädter Brauerei ist seit mehr als 180 Jahren in Familienbesitz. Doch damit ist nach dem Willen der Brauer wohl in einigen Monaten Schluss. Denn das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Investor gefunden und will im umkämpften Biermarkt mit einem modernen Neubau neue Märkte erschließen.

Es liege die vielversprechende Absichtserklärung eines „deutschen Investors mit familiärem Brauereihintergrund“ vor, teilte die Pfungstädter Brauerei Hildebrand GmbH & Co. KG am Dienstag mit. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau handelt es sich bei dem Investor um Uwe Dieter Krück, Geschäftsführer der Immobilien- und Unternehmensbeteiligungsfirma Spectrum Invest in Frankfurt sowie der vor einem Jahr gegründeten Crugers Brau GmbH in München. Dem Vernehmen nach hatte Krück bis vor einigen Monaten geplant, in Bad Homburg eine Brauerei zu errichten, was sich aber nicht realisieren ließ.

Pfungstädter-Geschäftsführer Stefan Seibold sagte der Deutschen Presseagentur (dpa), in der modernen CO2-neutralen Anlage sollen künftig neben Bier dann auch Mineralwasser, Softdrinks und andere neue Produkte hergestellt und abgefüllt werden. Die rund 100 Arbeitsplätze sollen erhalten und ausgebaut werden. „Im ersten Quartal wird die Tinte trocken sein“, sagte Seibold. Bei den Investitionen gehe es um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Das Unternehmen wurde 1831 von Justus Hildebrand gegründet. Nach den Worten von Geschäftsführer Seibold wird sich die Familie jetzt komplett zurückziehen. „Bei solchen Investitionsvolumen will der Investor auch das Sagen haben.“ „Wir haben einen hohen Investitionsstau“, sagte Seibold der dpa zu den Gründen der Investorensuche. Die vergangenen Jahre seien defizitär gewesen. „Das Geld war so nicht zu beschaffen.“

Geplant ist, auf dem bisherigen Brauereigelände an der Eberstädter Straße in unmittelbarer Nähe des Pfungstädter Bahnhofs ein Wohnquartier zu errichten. Der Brauereineubau soll auf dem Gelände des 2014 geschlossenen Schwimmbads verwirklicht werden. Der Magistrat empfahl am Dienstag den Stadtverordneten, den Plänen zuzustimmen. Diese sollen nach Angaben von Bürgermeister Patrick Koch (SPD) am 16. Dezember entscheiden.

Die 25 000-Einwohner-Gemeinde erwartet eine „rosige Zukunft“. „Unser besonderes Interesse am Erhalt der Brauerei sowie der Arbeitsplätze sprach von Beginn an dafür, in Pfungstadt einen Standort zu finden, der den Erfordernissen eines Neubaus entspricht“, sagte der Bürgermeister. Stimmten die Stadtverordneten zu, werde das mehr als vier Hektar große Grundstück an den Investor verkauft. Für die 2014 stillgelegte Bade- und Saunaanlage mit Freibad solle ein Alternativstandort gefunden werden, sagte Koch der FR.

Die Brauerei sei nicht das einzige große Projekt in der Gemeinde. Im kommenden Jahr soll nach Angaben eines Sprechers der Stadtverwaltung der erste Spatenstich für das geplante große Indooraquarium „Shark City“ erfolgen. Zudem bewirbt sich die Stadt für die Ausrichtung des Hessentags 2023. Bis dahin sollen auch die Brauerei und das Aquarium fertig sein. (mit dpa)

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