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Hochhaus mit Strahlkraft

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Die Südseite des HDA-Hochhauses.
Die Südseite des HDA-Hochhauses. © Guido Schiek

Das HDA-Hochhaus in Darmstadt erhält den deutschen Fassadenpreis 2013. Das ist nicht die erste Auszeichnung, mit der das Gebäude bedacht worden ist.

Dass diese Fassade preiswürdig ist, ahnte man schon von Anfang an – seit der Kran die Aluminiumelemente nach oben zog, von denen die Darmstädter gleich zu lernen hatten, dass sie „polymorph“ seien. Eine nach der anderen schwebten die silbernen vielfach gefalteten Kisten in die Höhe. Und dort wurden sie zu einem Muster verbunden, dass den Kaufhäusern der sechziger und siebziger Jahre in Ost- und Westdeutschland zur Ehre gereicht hätte. Dazu gehört Mut. Und Witz – der sich in dem Umstand enthüllt, dass es nur eine, die nach Süden weisende Wand des Hochhauses ist, die sich diese Manieren erlaubt. Es sind eben Funktionselemente, die das Sonnenlicht lenken – und nicht, wie bei Horten und HO, Dekorationswut und Zeitgeschmack.

117 Bewerbungen

Und nun ist die von dem Berliner Architekturbüro Staab geleitete Sanierung des HDA-Hochhauses mit dem Deutschen Fassadenpreis 2013 bedacht worden. Den Preis vergibt der „Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden“. Insgesamt gab es 117 Bewerbungen.

Die Sanierung des HDA-Hochhauses sei „ein Beispiel eines überzeugenden Einsatzes vorgehängter hinterlüfteter Fassaden, die die Nachkriegsmoderne zeitgemäß weiterdenken, indem sie dem Haus eine ausgeprägte Strahlkraft verleihen“, heißt es in der Jury-Begründung.

„Der Ansatz überzeugte in seinem ganzheitlichen Anspruch, der gestalterische Herausforderungen mit funktionalen Erforderlichkeiten in einer beispielhaften Weise miteinander verbindet.“

Das 60 Meter aufragende HDA-Hochhaus stammt aus dem Jahr 1966 (andere Quellen nennen das Jahr 1963 als Baujahr). Im Zuge der sogenannten Grundinstandsetzung wurde es von 2009 bis 2011 erst völlig entkernt, dann um eine Gebäudeachse verbreitert und schließlich mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden versehen. Die Nordseite wurde großflächig verglast, während auf der Südseite „markante Verschattungselemente angebracht wurden, um der Aufheizung der Räume durch die Sonneneinstrahlung entgegenzuwirken.

49,2 Millionen Euro Kosten

Diese dreidimensional gefalteten Fassadenelemente aus Aluminium dienen als feststehender und wartungsfreier Sonnenschutz“, wie es in einer Erläuterung der HDA heißt. Der Umbau des Gebäudes kostete 49,2 Millionen Euro.

Diese überaus originelle Komposition hatte im vergangenen Juli bereits eine Auszeichnung beim Deutschen Architekturpreis erhalten. Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden vergab die renommierte Auszeichnung in diesem Jahr zum zehnten Mal.

Die Bundesstiftung Baukultur honoriert die Auszeichnung als bundesweit bedeutsamen Preis. Seine Preisträger erfahren durch die Stiftung eine besondere Würdigung: Architekt und Bauherr des siegreichen Projektes werden in den Konvent der Baukultur berufen. ers

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