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Beim Klettermarathon zählt jeder Meter.
Beim Klettermarathon zählt jeder Meter. © Claus Völker

In der Halle des Alpenvereins Darmstadt treten beim Klettermarathon Teams aus ganz Hessen gegeneinander an. Obwohl es im Wettkampf um zu erkletternde Höhenmeter geht, steht der Spaß im Mittelpunkt.

Beim Klettermarathon in der Halle des Alpenvereins an der Lichtwiese sind die Sportler fast sieben Stunden an der Steilwand aktiv. Jeder Höhenmeter zählte am Samstag im Kampf um die Gesamtwertung gegen Kletterteams aus Fulda, Kassel und Wetzlar. Volker Laue hat gerade eine Verschnaufpause. Er steht vor der Kletterwand im Sportzentrum an der Lichtwiese und hält das Sicherungsseil in der Hand. Seine Teamkollegin Mona Müller hängt auf halber Höhe an der Wand, schaut konzentriert auf die nächsten Griffe und drückt sich nach oben. Rund zweieinhalb Stunden wechseln sich die beiden schon im Klettern ab, die Mittagspause ist langsam in Sichtweite.

Stundenlange Anstrengung

„Eine längere Belastung gibt es schon mal als Trainingseinheit, aber dann sind das zwei Stunden und 15 bis 16 Routen“, erklärt Volker Laue. „Danach ist der Ofen aus.“ Heute lässt er es deshalb etwas langsamer angehen, dafür stehen auch gleich sechseinhalb Stunden Wettkampf auf dem Programm. „Es wird noch ein harter Nachmittag!“ Dann ist seine Teamkameradin oben angelangt, Route Nummer 100, Schwierigkeitsgrad 6, ist abgehakt. Langsam lässt Volker Mona hinab, reibt seine Hände mit Kalk ein und schnürt sich das Seil um den Gürtel. Route 101 steht an. Der Klettermarathon ist eine Premiere für Darmstadt. Von zehn Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags ist Powern angesagt. 14 Teams treten an und sammeln fleißig Höhenmeter. „Jede Route wird nur einmal gezählt“, erläutert Organisatorin Anke Wille die Regeln. „Wenn sich einer zurücklehnt und eine Pause macht, dann wird das nicht gewertet. Es zählt nur eine richtige Begehung.“

Höhenmeter sammeln

Am Ende des Tages wird ein Siegerteam gekürt, aber mindestens ebenso wichtig ist die Städtewertung. Denn parallel finden ähnliche Veranstaltungen in Hallen in Kassel, Fulda und Wetzlar statt. Auf der Empore wirft ein Beamer die aktuellen Zwischenstände an die Wand. Jede abgeschlossene Begehung muss online registriert werden. Daraus wird live der Durchschnittswert in den vier Hallen berechnet und es ergibt sich ein erfreuliches Bild: Darmstadt führt knapp, mit einigen Meter Vorsprung vor Kassel. „Wir hoffen, dass die anderen Städte auch schon alles eingetragen haben und da nicht am Ende noch was kommt.“ Bei allem Konkurrenzdenken: Die Angabe der Höhenmeter beruht auf Vertrauen, unabhängige Schiedsrichter haben die befreundeten Vereine nicht engagiert. Der Spaß steht im Mittelpunkt. Das sagt auch Volker. „Aber spannend ist es, was wir gegenüber den anderen Städten machen.“ Bis sich das entscheidet, stehen noch unzählige Begehungen und viele Telefonate an – doch am Ende lohnt sich der Aufwand. Die Darmstädter Halle gewinnt knapp vor Wetzlar. Über 850 Höhenmeter ist am Ende des Tages jedes Team im Durchschnitt geklettert. (eda)

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