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Hilfslehrer auf vier Pfoten

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Jutta Frank-Gropper mit Hündin Maila und Schülern der Alice-Eleonoren-Schule.
Jutta Frank-Gropper mit Hündin Maila und Schülern der Alice-Eleonoren-Schule. © Guido Schiek

An Schulen in Darmstadt verbessern Hunde die Stimmung und helfen Kindern, Stress abzubauen.

Bundesweit sind mehrere hundert Schulhunde im Einsatz. Auch in Darmstadt setzen einige Schulen auf hundegestützte Pädagogik. Maila begleitet beispielsweise die Naturpädagogin Jutta Frank-Gropper an der Alice-Eleonoren-Schule bei ihrer Arbeit. Cosmo, ein Labrador-Retriever, ist an der Georg-August-Zinn-Schule in Wixhausen im Einsatz.

An der Tür hängt ein Schild: Hund in der Klasse. Damit niemand überrascht ist, wenn er in der Alice-Eleonoren-Schule plötzlich der Hütehündin Maila gegenübersteht. Sie ist recht groß, sanftmütig, hat eine ausgeprägte Beißhemmung und kommt auch mit anderen Hunden sehr gut aus. „Ihr Job ist es, Spaß und Freude zu bereiten – und das weiß sie auch“, erzählt Jutta Frank-Gropper von der Fachschule für Sozialwesen.

Die angehenden Erzieher üben mit Maila die tiergestützte Pädagogik – nicht nur in der Theorie, sondern eben auch ganz praktisch. Das umfasst bürokratische Vorgänge wie das Erstellen eines Hygiene- und eines Verhaltensplans, in dem festgelegt wird, was der Hund darf und was nicht und was sein Halter vorweisen muss: Eine Ausbildung zum Schulhund zum Beispiel, Gesundheitskontrollen, Impfungen, Wurmkuren, Wesenstest, Haftpflichtversicherung. Auf der Gesamtschulkonferenz wurde einstimmig zugunsten des Schulhundprojekts entschieden, sagt Jutta Frank-Gropper, die ein durchweg positives Fazit der ersten drei Testwochen mit dem Hund zieht.

Im Vordergrund stand an der Alice-Eleonoren-Schule die Frage: Verändert ein Hund die Schulatmosphäre? „Ja, tut er“, antwortet die Lehrerin. Am Montagmorgen zum Beispiel, wenn die Schüler noch halb schlafend auf den Unterricht warteten, helle die Hündin die Stimmung auf.

Nur gute Erfahrungen

„Maila zaubert ein Strahlen auf die Gesichter“, erzählt sie. Diese Erfahrung ziehe sich durch das gesamte Projekt. Und Maila selbst? „Wenn ich zuhause nach meiner Schultasche greife, freut sie sich und hüpft um mich herum.“ Nach zwei Schulstunden in einer Klasse ist allerdings Schluss, die restliche Zeit darf die Hündin im Nebenzimmer entspannen.

Prinzipiell gilt, dass Schulhunde einen hohen Stresspegel aushalten müssen, ohne aggressiv zu werden. Doch die Hunde können noch so sanftmütig sein: Sie brauchen, wie ihre Halter auch, eine spezielle Ausbildung. Cosmo, der Hund von Natalie Schneider, Konrektorin an der Georg-August-Zinn-Schule in Wixhausen, hat auch eine Grundausbildung hinter sich. Natalie Schneider hat mit dem Labrador-Retriever mehrere Fortbildungen zur hundegestützten Pädagogik besucht. Cosmo kam 2011 im Alter von 14 Wochen für zwei Stunden pro Tag mit in den Unterricht.

Die Eltern der Grundschüler wurden vorab informiert. Es wurde auch abgeklärt, dass die Kinder keine Tierhaarallergien oder Ängste haben. Heute begleitet Cosmo Natalie Schneider viermal die Woche zu zwei bis drei Unterrichtsstunden.

Dominik Utrata hat mit ihrer Beagle-Hündin Sohra an der Erich-Kästner-Schule in Kranichstein in den vergangenen acht Jahren nur gute Erfahrungen gemacht. Schwierige Schüler, so ihr Eindruck, wurden durch den Kontakt zu Sohra ruhiger und zugänglicher. Schüchterne Kinder wurden selbstbewusster und offener. Oft setzte sie Sohra auch als Lesehund ein bei Schülern, die mit der Sprache Probleme haben. „Das löst Blockaden.“ (hin)

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