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Hilfe, die ankommt

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Seniorin bei der Hausaufgabenhilfe (Symbolbild).
Seniorin bei der Hausaufgabenhilfe (Symbolbild). © dpa

Seit 40 Jahren unterstützt die Hausaufgabenbetreuung der Caritas benachteiligte Schüler. Das Engagement der Ehrenamtlichen wissen auch viele Lehrkräfte zu schätzen. Neue Hausaufgabenhelfer werden dringend gesucht.

Seit 40 Jahren unterstützt die Hausaufgabenbetreuung der Caritas benachteiligte Schüler. Das Engagement der Ehrenamtlichen wissen auch viele Lehrkräfte zu schätzen. Neue Hausaufgabenhelfer werden dringend gesucht.

Seit 40 Jahren gibt es die Hausaufgabenhilfe des Caritasverbandes Darmstadt. Etwa 700 Kinder aus Darmstadt und dem Kreis Bergstraße wurden im vergangenen Jahr betreut. Derzeit sind 131 Frauen und Männer ehrenamtlich für die Kinder und Jugendlichen im Einsatz. Anlässlich des runden Geburtstags trafen sie sich gestern in den Räumen des Migrationsdienstes am Darmstädter Wilhelminenplatz.

Die 77 Jahre alte Gisela Damiano gehört seit 36 Jahren zu den Helfern. „Ich komme gut mit Kindern klar. Sie haben Vertrauen zu mir“, sagt sie. Sie betreut gemeinsam mit einer Kollegin an der Goetheschule zehn Kinder, die Ältesten sind Viertklässler.

Gisela Damiano ist dreimal pro Woche je zwei Stunden im Einsatz. Mal geht es bei den Hausaufgaben um Mathe, mal um Deutsch, Englisch oder Sachkunde. Sie freut sich, wenn die Kinder ihre Noten verbessern – und hat die Ruhe weg. „Wenn es sein muss, kann ich aber auch streng sein“, sagt sie.

Den Kindern helfen zu können, macht ihr großen Spaß. Gisela Damiano kann sich vorstellen, dass sie noch einige Jahre dabei bleibt. Heute seien die Kinder viel selbstbewusster, so ihre Erfahrung. „Als ich damals noch in Erzhausen an der Lessingschule aushalf, waren die Kinder meist lieb, nett und bescheiden – das war eine ganz andere Zeit.“

Sie half damals nicht nur bei den Schularbeiten, sie übernahm für die Familien auch Behördengänge oder ging mit den Kindern zum Arzt.

Start ins Leben

Generell hat die Hausaufgabenhilfe das Ziel, Kindern, die in benachteiligten Verhältnissen aufwachsen, zu schulischem Erfolg zu verhelfen. In manchen Fällen gibt es auch Einzelbetreuung, etwa, wenn die Deutschkenntnisse sehr schlecht sind. An mehreren Schulen bietet die Caritas auch Sprachkurse für die Kinder an.

Franz-Josef Kiefer, Caritas-Geschäftsführer, lobte bei der Feier den Einsatz der Helfer. Ein guter Start ins Leben sei für alle Kinder wichtig. „Wer Zugang zur Bildung verpasst, der hat schlechte Karten“, sagte auch die Dienststellenleiterin Hannelore Lehnard. Schulerfolg sei gerade für Kinder aus Migrantenfamilien kein leichter Weg.

Das Engagement der Ehrenamtlichen wissen auch viele Lehrkräfte zu schätzen. Erst gestern, so Hannelore Lehnard, habe sich eine Lehrerin der Mornewegschule für den Einsatz der Helfer bedankt. Franz-Josef Kiefer lobte zudem die Stadt Darmstadt, die die „finanzielle Unterstützung nie in Frage gestellt hat“.

Das Langzeitprojekt finanziert sich fast zu gleichen Teilen durch die Stadt, das Kultusministerium und durch Eigenmittel des Caritasverbandes Darmstadt. Jugend- und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) sagte, dass sie die Arbeit der Hausaufgabenhilfe seit Jahren verfolge, es sei ein wichtiges Angebot. „Es ist gut, dass Kinder Unterstützung bekommen.“

In den vergangenen 40 Jahren gab es viele Erfolgsgeschichten, die Mut machen und die Helfer anfeuern. Die von Murat zum Beispiel. „Sie haben mich wirklich zu einem guten Schüler gemacht“, bedankte er sich vor einigen Jahren in einem Brief bei seinem Betreuer. Murat kommt aus einer kurdisch-stämmigen Familie und lebte ohne Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland, erzählt Gülsün Özcan, eine der beiden Koordinatorinnen. Murat ließ sich helfen, machte den Realschulabschluss und begann ein Wirtschaftsstudium an der Universität in Frankfurt. (hin)

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