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Hier darf legal gesprayt werden

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Vielerorts sind Graffitis nicht erlaubt. Darmstadt stellt nun eine Wand für die Sprayer zur Verfügung. (Symbolfoto)
Vielerorts sind Graffitis nicht erlaubt. Darmstadt stellt nun eine Wand für die Sprayer zur Verfügung. (Symbolfoto) © Reuters

An der Karlsruher Straße wird Darmstadts erste öffentliche Graffitiwand eröffnet. Die Fläche wird nach Erfahrungsgrad in verschiedene Bereiche gegliedert. Alles soll ohne Anmeldung ablaufen.

Darmstadt hat seine erste öffentliche Graffitiwand. Die 2600 Quadratmeter große Wandfläche in der Lincoln-Siedlung, die Rückseite der Schallschutzwand zur Karlsruher Straße, befindet sich zwischen Noack- und Franklinstraße. Zur künstlerischen Gestaltung freigegeben wurde die „Lincoln-Wall“ von Hessen-Mobil.

Zum Eröffnungstag mit Vertretern das Jugendbildungswerks und von Hessen-Mobil sowie Darmstadts Jugend- und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz kamen über hundert Graffitikünstler aus dem gesamten Bundesgebiet. Bei einem Live-Painting wurde die Wand eingeweiht; auf einer Länge von 650 Metern entstanden dabei zahlreiche Kunstwerke.

Zwei Workshops für Kinder und Jugendliche und eine Breakdance-Aufführung rundeten das Programm ab. „Graffitikunst ist eine Form der Jugendkultur – die Wand bietet viele Perspektiven, um sich künstlerisch aktiv einbringen zu können“, erklärte Akdeniz. Die legale Fläche könne außerdem dazu dienen, das illegale Sprayen zu reduzieren, ergänzte Markus Schmitt von Hessen-Mobil.

Sprühen auf legalen Flächen

Angestoßen wurde die Idee durch die Jugendszene, die ihren Wunsch nach einer legalen Graffiti-Wand im vergangenen Jahr an das Jugendbildungswerk herantrug. Unterstützung erhielten sie von Jugendbildungsreferentin Eva Pelikan. „Mit einer legalen Wand möchten wir den jungen Menschen vor allem die Möglichkeit einräumen, sich auszuprobieren, ihren Stil zu verbessern und sich künstlerisch auszudrücken – ohne durch Sprühen auf illegalen Flächen straffällig zu werden.“

Akdeniz betonte, es sei gut, wenn Jugendliche ihre Ideen und Wünsche formulierten und es dazu Ansprechpersonen und Unterstützung aufseiten des Magistrats und der Verwaltung gebe. „Es freut mich sehr, dass wir dieses tolle Projekt gemeinsam zur Umsetzungsreife bringen konnten.“

Die Fläche wird nach Erfahrungsgrad in verschiedene Bereiche gegliedert. Alles soll ohne Anmeldung ablaufen, jedoch gilt: Bevor ein Kunstwerk übersprüht wird, muss es anhand von Fotos dokumentiert werden.

Als klassische Win-win-Situation bezeichnete Markus Schmitt das Projekt: „Die Rückseite der Lärmschutzwand ist gestalterisch bisher eine Katastrophe. Durch das Graffiti wird die Fläche aufgewertet.“

Auch die jungen Künstler sind sehr erfreut: „Jetzt haben wir nicht mehr nur die kleine Wand entlang der Nieder-Ramstädter Straße, sondern künstlerischen Freiraum“, meinte Philly aus dem Organisationsteam. Und genau das taten die Künstler: Entlang der gesamten Wandfläche ließen sie unter dem Einsatz von Sprühdosen, Atemschutzmasken und Leitern ihre Bilder entstehen. Und alle waren sich einig: „Das was hier passiert, ist Kunst“. (eda)

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