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Hetze nach Gedenkfeier

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Überall in Deutschland wird aus Anlass der Befreiung des KZ Auschwitz im Januar 1945 der Opfer des Holocaust gedacht. Auch in Seeheim-Jugenheim. Nur danach gibt es Drohungen gegen den Bürgermeister, antisemitische Parolen und Hakenkreuz-Schmierereien.

Die Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust, an der in Seeheim-Jugenheim zahlreiche Bürger teilnahmen, hat ein finsteres Nachspiel. Bereits einen Tag später seien bei der Gemeindeverwaltung Hetzparolen eingegangen, berichtet Bürgermeister Olaf Kühn (parteilos). Info-Blätter der Gedenkveranstaltung seien mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Auf der Rückseite stünden handschriftliche Drohungen gegenüber dem Rathaus-Chef und antisemitische Inhalte.

Kühn und weitere Gemeindevertreter sahen sich bereits früher rechtsradikalen Drohungen ausgesetzt. Auch in diesem jüngsten Fall habe Kühn Anzeige gegen unbekannt erstattet. „Ich lasse mich davon nicht beeindrucken“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde werde auch weiterhin an Gedenkveranstaltungen für Opfer der Nationalsozialisten festhalten. Kühn appelliert an die Bürger, wachsam zu sein.

Diesem Aufruf gegen Rechts schließt sich auch der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Hans-Jürgen Wickenhöfer (SPD), an. „Gerade deshalb sind solche Veranstaltungen wichtig“, sagt er. Unklar sei, ob es sich beim Absender um eine einzelne Person oder um eine Gruppe handele. Bisher seien die Drohbriefe in einer einzelnen, charakteristischen Handschrift verfasst worden.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt teilte auf Nachfrage mit, dass das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen strafbar ist: „Hier kann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verhängt werden.“ (eda.)

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