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Japanische Eichhörnchen knabbern in einer Voliere von Hörnchen-Züchter Rainer Ritzert im südhessischen Alsbach-Hähnlein an einer Nuss.
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Japanische Eichhörnchen knabbern in einer Voliere von Hörnchen-Züchter Rainer Ritzert im südhessischen Alsbach-Hähnlein an einer Nuss.

Alsbach-Hähnlein

Hessens größte Eichhörnchen-Zucht

Hörnchenzüchter Ritzert hält im südhessischen Hähnlein rund 60 Eichhörnchen. Darunter sind Exoten aus China, Costa-Rica und dem Himalaya. Nur auf Europäer verzichtet Ritzert - die sind streng geschützt.

Von Caroline Wadenka

Wieselflink springt Snoopy von einem Ast auf den anderen. Gerade morgens hat das schwarze Schönhörnchen mit dem leuchtend orangefarbenen Bauch einen enormen Bewegungsdrang. Snoopy gehört zu den Lieblingen von Hörnchenzüchter Rainer Ritzert.

Deshalb hat der ursprünglich aus Südostasien stammende Nager anders als viele der etwa 60 Hörnchen in Ritzerts Zucht im südhessischen Hähnlein einen Namen bekommen. Bei Ritzert leben zwölf Hörnchenarten aus verschiedenen Ländern, zum Beispiel das Costa-Rica-Hörnchen und das chinesische Baumstreifenhörnchen.

Zufällig zu Hessens größtem Züchter geworden

Damit ist die Zucht nach Ritzerts Angaben die größte und exotischste in Hessen. Andere Züchter spezialisierten sich auf durchschnittlich fünf Arten, sagt der 47-Jährige, der vor 16 Jahren zufällig zur Hörnchenzucht kam. Auf einer Tierbörse kaufte er damals drei Streifenhörnchen. Als die Nagetiere geschlechtsreif wurden, bissen sie sich ständig gegenseitig.

Und obwohl die ersten Monate überaus nervenaufreibend waren, faszinierten die Tiere Ritzert so sehr, dass er sich weitere zulegte. Bis heute hält er die Nager nicht nur zu Zuchtzwecken, sondern vor allem, um sie zu beobachten. Die Volieren auf seinem Grundstück sind 150 Quadratmeter groß und bieten den exotischen Arten viel Platz zum Springen und Klettern.

Eichhörnchen sind keine Anfass-Haustiere

"Ich hab damals genau das gemacht, was ich heute von den Leuten nicht will", sagt Ritzert rückblickend. Ein Eichhörnchen als Haustier sei eine ganz andere Herausforderung als etwa ein Hamster oder ein Meerschweinchen. Denn der Fluchtinstinkt der scheuen Tiere bleibe auch in Gefangenschaft erhalten.

Viele Leute wünschten sich ein Tier zum Anfassen, dafür seien Hörnchen nicht geeignet. Wenn eine Hand nach den Tieren greife, erinnere sie das an den Beutegriff von Raubvögeln aus der Natur, erläutert Ritzert. Auf diese Weise werde das gesamte Vertrauen zwischen Tier und Mensch zerstört. Deshalb legt Ritzert großen Wert darauf, alle, die sich für einen der Nager interessieren, persönlich kennen zu lernen.

Hörnchen-Kauf nur nach umfassender Beratung

"Ich möchte mir ein Bild von den potenziellen Käufern machen und sie umfassend beraten, damit die Eichhörnchen so artgerecht wie möglich gehalten werden", sagt der Züchter und fügt hinzu: "Wir schreiben Beratung ganz groß, denn Spontankäufe sind nichts." Auch über mögliche Krankheiten und die medizinische Versorgung der Nagetiere will Ritzert aufklären.

Pro Jahr verkauft Ritzert 100 Jungtiere, das Gros entfällt mit rund 50 Baby-Nagern auf die Streifenhörnchen. 70 Euro müssen Interessenten dafür bezahlen, ein Schönhörnchen-Jungtier hingegen kostet 300 Euro. Für Ausstattung wie den Käfig oder das Futter fielen noch weitaus höhere Kosten an, erläutert Ritzert.

Seine Frau betreut eine Internetseite, auf der Hörnchenbesitzer spezielles Futter für die Nager bestellen können. Ritzert selbst konstruiert und vertreibt Volieren für die Hörnchen. Zwischen 20 und 30 Stunden widmet er sich jede Woche seinem Hobby. Hauptberuflich ist er Elektromeister. Von seinem Hobby könne er "nicht leben", sagt er.

Kaum Vorschriften für Exoten

Züchter Ritzert berät jedoch nicht nur potenzielle Käufer, sondern steht auch in Kontakt mit mehreren Zoos. Gemeinsam mit dem Tiergarten in Magdeburg entwirft er gerade einen Großvolieren für Hörnchen, ein Schönhörnchen aus seiner Zucht zog vor einigen Jahren in den Frankfurter Zoo um. Zudem ist Ritzert bundesweit einer von nur zwei Züchtern des Himalaya-Zwergstreifenhörnchens.

Europäische Hörnchen sucht man in Ritzerts Zucht hingegen vergeblich. "Bei den Europäern hat man gleich die Behörde am Hals", sagt er. Die gesetzlichen Regelungen für die Haltung und Abgabe von Eichhörnchen seien paradoxerweise strenger als bei exotischen Arten.

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