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Heinerfest in Darmstadt: Glockengeläut statt Feuerwerk

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Von: Jens Joachim

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OB Partsch, Felix Hotz und W. Koehler vom Heimatverein (v. l.) flankieren das Heinermännchen.
OB Partsch, Felix Hotz und W. Koehler vom Heimatverein (v. l.) flankieren das Heinermännchen. © Jens Joachim

Die 72. Auflage des Heinerfests in Darmstadt wird am 30. Juni eröffnet. Vier Tage lang dauert das Fest in der Innenstadt, zu dem mehrere hunderttausend Menschen erwartet werden.

In den vergangenen beiden Jahren während der Corona-Pandemie hat der Heimatverein Darmstädter Heiner viel unternommen, damit die Menschen das beliebte Volksfest in der Innenstadt im Gedächtnis und in den Herzen behalten. 2020 sollte eigentlich die 70. Auflage des Festes stattfinden, doch der Lockdown verhinderte dies. Mit etlichen kreativen Aktionen und einem knallrot lackierten dreirädrigen Tuk-Tuk war das Heinerfest im Frühjahr vor zwei Jahren dennoch im Stadtbild präsent. Im vorigen Jahr startete der Heimatverein dann die Kampagne „Heinerfest im Herzen“: Auf dem Karolinenplatz und rund um den Friedensplatz sowie auf weiteren Plätzen in der Stadt konnten Schausteller und Wirte ihre Buden aufstellen und wenigstens etwas Umsatz machen.

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nach dem Ende des Schlossgrabenfests am Pfingstwochenende wieder sprunghaft angestiegen ist und mit einem Wert von mehr als 800 täglichen Neuinfektionen bezogen auf eine Einwohner:innenzahl von 100 000 Menschen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 480 liegt, wird die 72. Auflage des Heinerfests vom 30. Juni bis zum 4. Juli stattfinden. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sagte bei der Vorstellung des Festprogramms, die Ausrichtung des Fests, zu dem in der Vor-Corona-Zeit mehr als eine halbe Million Besucherinnen und Besucher kamen, sei „verantwortbar“, auch wenn angesichts der steigenden Fallzahlen weiterhin Vorsicht geboten sei.

Erstmals wird allerdings in diesem Jahr am Festmontag kein Höhenfeuerwerk gezündet. Das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck, das seit mehr als zehn Jahren den Heinerinnen und Heinern das Feuerwerk schenkt, hat gemeinsam mit dem Heimatverein als Veranstalter des Heinerfests entschieden, in diesem Jahr auf das traditionelle Spektakel zu verzichten. Aufgrund der aktuellen Lage in der Ukraine und in einer Zeit, in der sich rund 1500 geflüchtete Menschen aus dem osteuropäischen Land – darunter fast ausschließlich Frauen und Kinder – in der Stadt aufhielten, sei ein Feuerwerk „keine von uns moralisch vertretbare Maßnahme“, heißt es im Programmheft.

Ob es künftig wieder ein Feuerwerk geben wird, ist zudem fraglich, denn in dem Merck-Statement heißt es auch: „Hinzu kommt, dass für uns das Thema Nachhaltigkeit einen besonderen Stellenwert hat“.

Statt dass Feuerwerkskörper knallend in den Himmel steigen, werden nach Angaben von Festpräsident Wolfgang Koehler ab 22.30 Uhr in Darmstadt die Kirchenglocken läuten - als Aufforderung zum Innehalten.

Zudem werden auf dem Festgelände die Lichter gedimmt und die Fahrgeschäfte werden während des Geläuts ihren Betrieb einstellen. Es sei dann Zeit für ein gemeinsames sich Besinnen und Gedenken an alle Menschen, die von Kriegen betroffen seien, erklärte Koehler.

Wegen des Fests, bei dem erstmals das Heiner-Maskottchen als große Puppenfigur in Erscheinung treten wird, werden nach Angaben des Heimatvereins die Parkplätze Mercksplatz-Ost und -West in der Zeit vom 20. Juni bis zum 7. Juli gesperrt.

Und nach dem Motto „Kommt alle“ werden auch Vertreter:innen aus Darmstadts Partnerstädten – auch aus dem ukrainischen Ushgorod – während des Fests zu Gast sein.

Informationen zum Programm gibt es im Internet auf der Seite www.darmstaedterheinerfest.de

Im vergangenen Jahr hielt der Heimatverein das Traditonsfest mit der Aktion „Heinerfest im Herzen“ in Erinnerung.
Im vergangenen Jahr hielt der Heimatverein das Traditonsfest mit der Aktion „Heinerfest im Herzen“ in Erinnerung. © Jens Joachim

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