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Heimkehr ins Vivarium

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Auch die Zwergseidenäffchen bekommen ein neues Heim
Auch die Zwergseidenäffchen bekommen ein neues Heim © Roman Grösser

Der Rohbau des neuen Affenhauses ist fertig. Der Einzug der Tiere ist für Ostern geplant

Die drei südamerikanischen Affenarten des Darmstädter Vivariums bekommen eine neue Heimat. Noch ist das neue Affenhaus ein Rohbau – aus Beton, mit Stahlmatten, Gerüst, T-Trägern und Kran. Am Mittwoch versammelte sich die Belegschaft des Vivariums in der Kälte vor dem Gebäude. Und noch eine Menge Menschen mehr. Denn am Mittwoch hat der Affenberg, wie er wegen seiner Hügellage bislang intern genannt wurde, einen Namen bekommen.

Die südamerikanischen Zwergaffen der Zoogemeinschaft leben künftig im Dr.-Maria-Börsig-Haus. Sie war „vor, während und nach dem Krieg“ bei der Stadt im Statistikamt angestellt, sagte der Vorsitzende des Fördervereins Kaupiana, Roman Scheidel. Mit mehr als 10 000 Mitgliedern ist der Förderverein der größte in der Stadt. Tieren sehr zugetan und mit dem Vivarium sehr verbunden sei Maria Börsig gewesen.

485 000 Euro dank Erbschaft

Börsigs Tochter, die vor Kurzem gestorben ist, hat Kaupiana ein zweckgebundenes Vermächtnis überlassen mit der Maßgabe, in ein Gebäude mit diesem Namen zu investieren, berichtete Scheidel. 485 000 Euro sind so geflossen. Da es sich, wie der Kaupiana-Vorsitzende amüsiert feststellte, beim Dr.-Maria-Börsig-Haus schon um den zweiten Neubau in diesem Jahr handelt, werde das Vivarium „so langsam zur modernsten Einrichtung der Stadt“.

Dem mochte Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne), zu deren Zuständigkeit auch der Eigenbetrieb EAD und damit ebenfalls das Vivarium gehört, keinesfalls widersprechen. Allerdings könnten Spatenstiche und Einweihungen nur erfolgen, „wenn man finanzielle Mittel in die Hand nimmt“, betonte Brigitte Lindscheid.

So eine Spende ist daher auch für die finanziell klamme Stadt ein echter Glücksfall – und für die Zwergseidenäffchen. Denn diese müssen seit 2011 im westfälischen Münster leben. Als das alte Affenhaus damals zum Tropenhaus umgebaut wurde, gingen die Seidenäffchen ins Zoo-Exil.

Zwergseidenäffchen leben momentan in Münster

Den Neubau teilen werden sich die Zwergseidenäffchen fortan mit den Bolivianischen Totenkopf- und den Löwenkopfaffen. Wobei der Neubau nicht einfach ein Haus ist, wie Brigitte Lindscheid betonte, sondern ein Konzept. Der 170 Quadratmeter große zweistöckige Bau wird nach seiner Fertigstellung die Beobachtung der Totenkopfaffen auf zwei Etagen ermöglichen. Innen- und Außengehege der beiden kleineren Arten sind ebenerdig angelegt.

Das Außengehege soll für die Zoobesucher begehbar sein, um die Tiere aus der Nähe sehen zu können. Außer den Gehegen gibt es in dem Haus eine Besucherschleuse, eine Futterküche und Toiletten.

Die Affen aus Bolivien sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms, teilt die Stadt Darmstadt mit. Nachzuchten dieser Art seien in den vergangenen Jahren an andere Zoos gegangen. Als Baumkronenbewohner sollen sich die seltenen Tiere in dem zweistöckigen Bau mit dem hohen Innengehege besonders wohl fühlen können.

Wenn sich der Winter einigermaßen benimmt, könnte zu Ostern Einzugstermin sein. Das, sagte Wolfgang Krause vom EAD, sei zumindest das Ziel. (rwb)

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