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Hebamme entgeht Gefängnis

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Justitia ist wachsam.
Justitia ist wachsam. © FR/Rutkowski

Eine Hebamme soll jahrelang Krankenversicherungen betrogen haben. Dem Gefängnis ist sie jedoch entgangen. Das Gericht ahndet den Betrug mit einer Bewährungsstrafe.

Zwei Jahre Haft auf Bewährung und 350 Arbeitsstunden in einem Tierheim – das ist die Strafe für eine Hebamme, die jahrelang Krankenversicherungen betrogen hat. Ein umfassendes Geständnis und die Zusage, den entstandenen Schaden zu ersetzen, bewahrte die Griesheimer Hebamme vor dem Gefängnis.

Hätte sie nicht ausgesagt, hätte das Gericht überschlägig gerechnet für die angeklagten 163 Betrugsfälle fast 500 Zeugen vernehmen müssen, sagte Richter Thomas Hanke in seiner Urteilsbegründung am Mittwoch. Dank des Geständnisses und einer Absprache zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht war der Prozess nach fünf Tagen beendet.

Der Anwalt der Angeklagten hatte in den vergangenen Tagen die geschädigten Krankenversicherungen angeschrieben und erklärt, seine Mandantin wolle trotz Verjährung vieler Fälle die mehr als 160 000 Euro Schaden nach und nach komplett zurückzahlen. Die Angeklagte hatte immer wieder nicht erbrachte Leistungen abgerechnet und dies mit der schlechten Bezahlung von Hebammen begründet. In einigen Fällen unterstützten Mütter sie dabei, indem sie Blankoformulare unterschrieben.

Das Gericht verzichtete darauf, ein Berufsverbot auszusprechen, weil in der Beweisaufnahme das Engagement der Hebamme deutlich geworden sei. Allerdings riet Richter Hanke der Frau, sich einen anderen Beruf zu suchen, um nicht wieder in Versuchung zu geraten. Die Arbeitsstunden muss Beata M. im Tierheim Griesheim ableisten. Hier könne sich für die Hebamme, die ihre Liebe zu Tieren in ihrer Aussage bekannt hatte, vielleicht ein neues Arbeitsfeld finden. Außerdem soll ein Bewährungshelfer Ordnung in die Lebensverhältnisse der Frau bringen. (hde)

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