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Ein Hauch von Hollywood

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Die achtjährige Rebecca steht zum ersten Mal vor der Kamera.
Die achtjährige Rebecca steht zum ersten Mal vor der Kamera. © Alexander Heimann

Zwei Studenten der Hochschule Darmstadt drehen derzeit einen Kurzfilm für ihre Abschlussarbeit. Unterstützt werden die Nachwuchs-Produzenten von Freunden, Familienmitgliedern und Kommilitonen.

Heute ist sie das vernachlässigte Mädchen. Ihre Mutter liegt nach einem schweren Autounfall im Koma, der Vater hat sie in seiner Trauer fast vergessen. Jetzt führt Rebeccas Weg direkt in den Wald östlich der Landesstraße 3113 bei Weiterstadt. Ihren Regenschirm am Arm schwingend legt die Achtjährige die Strecke vor sich im Hopserlauf zurück – immer und immer wieder. Bis der erlösende Ruf ertönt: „Stop, wir haben’s.“

„Wir“, das sind Christopher Kaiser und Daniel Gehbauer, zwei Studenten der Hochschule Darmstadt, die als Abschlussarbeit ihres Studiengangs Digital Media Film einen Kurzfilm drehen. 16 Drehtage sind geplant – unter anderem in Weiterstadt, Pforzheim, Darmstadt, Frankfurt und Roßdorf.

Rebecca aus Gundernhausen ist eine der drei Schauspieler, die im Film mitwirken, und sie macht ihre Sache gut, obwohl es ihr erster Einsatz vor der Kamera ist. Für diese Premiere wurde sie an ihrer Grundschule gecastet. „Ja, ich will schon Schauspielerin werden“, sagt sie. Und wenn es nicht klappt? „Dann Tierärztin.“

Unterstützt werden die beiden Nachwuchs-Produzenten Kaiser und Gehbauer von einem guten Dutzend Helfern: Freunde, Familie und Kommilitonen.

Der Name ihres Films lautet „Still leben“. Das Konzept: Die Geschichte einer Familie, die schwierige Zeiten durchlebt, gerät in den Hintergrund vor der gewaltigen Dimension eines Atomunfalls.

An diesem Vormittag geht der Blick von Kaiser und Gehbauer häufig Richtung Himmel. Regen ist für ihre Dreharbeiten eigentlich nie günstig, diesmal könnte jedoch der gesamte Tag ins Wasser fallen. Nicht nur, dass eine Kran-Firma angerückt ist, um der Kamera Aufnahmen von weit oben zu ermöglichen.

Mit Jan Spijkers und Uwe Bach sind auch zwei Unternehmer vor Ort, die eine knapp 30?000 Euro teure Drohne mitgebracht haben. Eine ganze Zeit lang steht ihr Einsatz auf der Kippe, dann erheben sich die acht Rotoren des sogenannten Octokopters in einer Regenpause doch noch in die Luft. „Die Drohne sollte nicht höher als 300 Meter fliegen“, sagt Spijkers und ist hoch konzentriert, als er das Fluggerät mittels riesiger Fernsteuerung in die Luft bringt.Ein bisschen stolz wirkt Christopher Kaiser, der bei dem Film die Regie übernimmt, dass hier Hightech zum Einsatz kommt. Nicht selbstverständlich für zwei Studenten, die mit einem Budget von gerade mal 3500 Euro für die gesamte Produktion kalkulieren und nur dank Sponsoren dieses Limit überhaupt einhalten können.

Wenn der gemeinsame Film von Kaiser und Gehbauer ein Erfolg wird, dann profitiert davon nicht nur ihr Studienabschluss. Geplant ist, das Ergebnis bei kleineren Festivals einzureichen, vielleicht erscheint der Film sogar auf DVD. (eda.)

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