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Handy, Schlüssel und Gebiss

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In Weiterstadt sichten Ursula Becker und Janine Goehren (von links) den Fundus.
In Weiterstadt sichten Ursula Becker und Janine Goehren (von links) den Fundus. © andré hirtz

Die Fundbüros im Landkreis Darmstadt-Dieburg ziehen eine Bilanz des Jahres. Die ungewöhnlichste Fundsache war ein Kinderbuggy.

Im Laufe des Jahres hat sich in den Fundbüros der Städte und Gemeinden im Landkreis Darmstadt-Dieburg allerhand angesammelt: Darunter sind vor allem ganz gewöhnliche Gebrauchsgegenstände, die den Menschen im Jahr 2014 abhandengekommen sind. Gerade in der kalten Jahreszeit sind es hauptsächlich Mützen, Schals und Handschuhe, die in den Fundbüros der Landkreis-Gemeinden landen.

Auch die ein oder andere Winterjacke findet sich momentan in den Regalen wieder. Die Ganzjahres-Hitliste an Fundsachen führen jedoch Mobiltelefone, Schlüssel und auch Fahrräder an. Doch nicht nur alltägliche Stücke sind verlorengegangen, auch so manch extraordinärer „Findling“ wartete in diesem Jahr darauf, dass sein Besitzer es wieder abholte.

Buggy wurde abgeholt

In Weiterstadt betrauerte sicherlich ein kleiner Bürger einen Verlust ganz besonders: „Unsere ungewöhnlichste Fundsache war in diesem Jahr ein Kinderbuggy“, sagt Pressesprecherin Heidi Rosignol. „Mittlerweile ist er abgeholt worden. Wäre das nicht passiert, hätten wir ihn an eine bedürftige Familie übergeben.“

Im Moment wartet aber noch eine Babypuppe auf ihren Besitzer. In Weiterstadt werden die Fundstücke ein Jahr aufgehoben. Zu den häufigsten gehören vor allem Smartphones, Schlüssel, Schmuck und Kleidungsstücke. Schmuckstücke, die der rechtmäßige Besitzer nicht abgeholt hat, werden jedes Jahr am Tag der offenen Tür der Weiterstädter Freiwilligen Feuerwehr versteigert. Der Erlös aus der Auktion kommt dann immer der Jugendfeuerwehr zugute.

Kurioser geht es in Groß-Umstadt zu. Im dortigen Fundbüro haben sich einige nicht ganz alltägliche Dinge angesammelt, wie Pressesprecher Reiner Michaelis mitteilt. Ein Gebiss gehört zu den eher ungewöhnlichen Gegenständen im Umstadtbüro. Dicht gefolgt von einem Gewehr und einem Billard-Queue.

Zudem ist davon auszugehen, dass ein Einwohner oder eine Einwohnerin von Umstadt eine Zeit lang mit Hörproblemen zu kämpfen hatte, denn ein Hörgerät gehört ebenso zu den dortigen Funden wie das Mundstück einer Trompete.

Das Fundbüro in Pfungstadt meldet hingegen „keine außergewöhnlichen Funde, nur das Übliche“. Das heißt, hauptsächlich Schlüssel, Portemonnaies oder Fahrräder wurden von ehrlichen Findern in Pfungstadt abgegeben. Die Sachen werden gemäß der gesetzlichen Vorschriften für ein halbes Jahr aufbewahrt. Danach hat der Finder die Möglichkeit, die Sachen gegen eine Verwaltungsgebühr von sechs Euro zu kaufen.

Fahrräder, die weder vom rechtmäßigen Besitzer noch vom Finder abgeholt werden, gehen – insofern sie noch etwas taugen – als Spende an wohltätige Einrichtungen, wie etwa den Pfungstädter Warenkorb.

Viele Spuren der Fastnacht fanden sich in diesem Jahr in den Regalen des Dieburger Fundbüros. „Hier sind gerade Anfang des Jahres Fastnachtsperücken und -täschchen abgegeben worden“, heißt es aus dem Rathaus. Im Gegensatz zu Weiterstadt landen in Dieburg öfter Kinderwagen bei den Fundsachen.

Die häufigsten sind allerdings auch hier Handys, Geldbörsen und Fahrräder, „die irgendwo unverschlossen rumstehen und irgendwann bei uns abgegeben werden“. Einmal im Jahr – die nächste Auktion ist im März 2015 – kommen die Räder unter den Hammer. Das höchste Gebot erhält den Zuschlag, los geht es bereits ab einem Euro. Das ein oder andere Schnäppchen wartet dann darauf, von jemandem gefunden zu werden. (eda)

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