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Häuser so teuer wie nie

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Der Preisanstieg auf dem Immobilienmarkt im Landkreis Darmstadt-Dieburg setzt sich fort.

In Groß-Zimmern entsteht das Wohngebiet „Schlädchen“, in Messel wird „Auf den Schatzgemahden“ gebaut. In Pfungstadt und Erzhausen suchen Stadtplaner nach Standorten für weitere Neubaugebiete. Die Nachfrage nach Immobilien im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist ungebrochen. Das Geschäft boomt. Das belegt der Immobilienmarktbericht des Amtes für Bodenmanagement in Heppenheim. Demnach wurden noch nie so viele Grundstücke, Häuser und Wohnungen verkauft wie im vergangenen Jahr. Damit einhergehen stetig steigende Preise.

3550 Kaufverträge hat der Gutachterausschuss des Amtes für Bodenmanagement im vergangenen Jahr verzeichnet. Im Jahr zuvor waren es 3300. Das ist ein Plus von gut sieben Prozent. Der Umsatz ist noch stärker gestiegen, um zehn Prozent – von 687 Millionen Euro auf 757 Millionen Euro. „Das verdeutlicht das höhere Preisniveau“, sagt Fachbereichsleiter Immobilienwertermittlung, Michael Stein.

500 Euro pro Quadratmeter

Dabei ist der Landkreis zweigeteilt. Im Westen sind die Preissteigerungen am höchsten. Im Osten geht es nur langsam bergauf. „Ausschlaggebend ist die gute Infrastruktur. Die ist im Westen durch die Anbindung an die Autobahnen besser“, sagt Stein.

Teurer Westen, günstigerer Osten – deutlich wird dies an den Bodenpreisen. So müssen Grundstückskäufer für einen Quadratmeter Bauland in Seeheim-Jugenheim bis zu 500 Euro bezahlen, in Mühltal liegen die Höchstwerte bei 470 Euro, in Alsbach-Hähnlein bei 460 Euro. Das sind Steigerungen von bis zu zehn Prozent. „Gerade die schon teuren Lagen sind noch teurer geworden“, erläutert Stein das Ergebnis einer Auswertung.

Bei den günstigeren Wohnlagen im Osten betragen die Steigerungen etwa zwei Prozent. Am unteren Ende der Rangfolge liegt Fischbachtal. Dort kostete ein Quadratmeter höchstens 170 Euro. Nur wenig teurer ist es in Schaafheim mit 200 Euro. Im Ostteil des Landkreises heben sich die Orte mit städtischer Struktur ab. Für Dieburg verzeichnet die Statistik einen Quadratmeterpreis von 330 Euro, in Groß-Umstadt sind es 320 Euro. In der Weinstadt sind die Schwankungen besonders groß. In der Kernstadt ist der hohe Preis zu zahlen, in den abgelegeneren Stadtteilen sind gerade einmal 105 Euro zu verzeichnen.

Das Spiegelbild ist die Preisentwicklung bei Häusern. Ein Reihen- oder Doppelhaus mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern und auf einem 275 Quadratmeter großen Grundstück kostete 2010 im Westen durchschnittlich 241500 Euro. Im vergangenen Jahr waren es 304500 Euro. Der Preis für die gleiche Referenzimmobilie im Ostteil stieg im selben Zeitraum von 217500 Euro auf 253500 Euro.

Die Ursache für diese Entwicklung hat für Michael Stein einen Hauptgrund: „Das Zinsniveau ist so niedrig wie selten.“ Der Fachbereichsleiter sieht deshalb zunächst keine Trendumkehr. Die könnte es nur geben, wenn es eine Wende auf dem Kapitalmarkt gäbe. „Dann können die Preise wieder fallen.“ (rf)

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