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Häuser immer teurer

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Wer in Darmstadt ein Haus kaufen will, muss einiges Geld investieren. (Symbolfoto).
Wer in Darmstadt ein Haus kaufen will, muss einiges Geld investieren. (Symbolfoto). © dpa

Die Preise für Häuser gehen in Darmstadt nach oben, zum Teil sprunghaft. Wie sehr der Markt unter Druck ist, zeigt auch die zurückgehende Zahl der Verkäufe.

Die Einwohnerzahl von Darmstadt steigt stetig. Doch es ist nicht der Zuzug allein, der den Immobilienmarkt unter Druck setzt. Denn es wächst zugleich der Wunsch nach Komfort; immer mehr Menschen wünschen sich immer mehr Platz in ihrer Wohnung, dabei wohnen sie immer häufiger allein oder lediglich zu zweit. Diese Tendenzen lassen sich auch am Marktbericht des Gutachterausschusses für Immobilienwerte ablesen, der die Verkäufe von Grundstücken, Häusern und Wohnungen im vergangenen Jahr auflistet – Anzahl und erzielte Preise.

Die Preise gehen nach oben, zum Teil sprunghaft. Das freistehende Einfamilienhaus verteuerte sich binnen zwölf Monaten von im Schnitt 424 000 Euro auf 481 000 Euro – ein Anstieg um rund 15 Prozent. Wie sehr der Markt unter Druck ist, zeigt auch die zurückgehende Zahl der Verkäufe: In einigen Kategorien ist das Angebot leergefegt. Anders als oft behauptet, heizt den Markt vor allem der Druck von innen an: Etwa 80 Prozent der Käufer von Einfamilienhäusern wohnten bereits in Darmstadt. Weitere sieben Prozent kamen aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Der über die Region hinausreichende Handel mit Darmstädter Immobilien hat dagegen eine vergleichbar geringe Bedeutung, oder er ist – wie bei Eigentumswohnungen – im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig.

Es ist kein Naturgesetz, dass Wohnen immer teurer wird. So sank der Preis für freistehende Einfamilienhäuser 2014 gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent. Doch das ist eine Ausnahme. 2015 hatten die Verkäufer nahezu aller Immobilien Grund zur Freude; der Gutachterbericht registriert ausnahmslos Wertzuwächse.

573 Millionen Euro umgesetzt

Insgesamt wurden 2015 auf dem Darmstädter Immobilienmarkt 573 Millionen Euro umgesetzt; 1419 Immobilien (2015: 1479) wechselten den Eigentümer, darunter 441 bebaute und 123 unbebaute Grundstücke. Verkauft wurde Bauland jedoch nur 30 Mal (Vorjahr: 47 Verkäufe); in den restlichen Fällen war Erbschaft, Zwangsversteigerung oder Tausch der Grund des Eigentümerwechsels. Ein Quadratmeter Bauland kostete 2015 durchschnittlich 611 Euro; 2014 waren es noch 550 Euro gewesen.

Eine deutliche Inflation verzeichnet der Bericht auch bei anderen Immobilien. 190 Reihenhäuser (2014: 160) wechselten den Besitzer; die Preise stiegen beim Reihenmittelhaus von 304 000 auf 317 000 Euro, beim Reihenendhaus gar von 317 000 auf 398 000 Euro.

2015 wurden vier Prozent weniger neue Eigentumswohnungen als im Vorjahr verkauft; entsprechend ging es auch hier beim Preis nach oben. Für kleinere Wohnungen waren statt 3532 nun 4025 Euro pro Quadratmeter, ebenfalls ein Anstieg um 15 Prozent. Die Größe der Neubauwohnungen schwankte in den vergangenen Jahren jedoch stark. 2015 betrug sie im Schnitt 86 Quadratmeter.

Am teuersten sind Wohnungen von 120 bis 140 Quadratmeter; der Quadratmeterpreis stieg hier von 4040 (2014) auf 4647 Euro. Insgesamt hatte der Handel mit Eigentumswohnungen in Darmstadt 2015 ein Volumen von 153 Millionen Euro. Nicht nur mit neugebauten Eigentumswohnungen wird gutes Geld verdient. Noch immer kommen auch viele zu Eigentum umgewandelte Mietwohnungen auf den Markt – 2015 waren es 108 (2014: 143, 2013: 187, 2012: 159). Davon entfielen fast zwei Drittel der Verkäufe auf Baujahre zwischen 1950 und 1974. Der Durchschnittspreis umgewandelter Mietwohnungen stieg um zehn Prozent auf 2370 Euro pro Quadratmeter; ein Jahr zuvor waren es noch 2173 Euro gewesen. (ers)

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