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Die Häschen-Zählung

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Schaukampf, der  die Damen beeindrucken soll.
Schaukampf, der die Damen beeindrucken soll. © dpa

Die Chancen, beim Osterspaziergang einen Hasen zu entdecken, stehen gut. Es ist Begattungszeit – und da sind die hoppelnden Feldbewohner auch tagsüber sehr aktiv. Noch vor einigen Jahren war der Feldhase in einigen Regionen Deutschlands vom Aussterben bedroht.

Die Chancen, beim Osterspaziergang einen Hasen zu entdecken, stehen gut. Es ist Begattungszeit – und da sind die hoppelnden Feldbewohner auch tagsüber sehr aktiv. Noch vor einigen Jahren war der Feldhase in einigen Regionen Deutschlands vom Aussterben bedroht.

Pünktlich zu Ostern hat der Landesjagdverband die Ergebnisse einer Hasen-Volkszählung vorgestellt: Die Bestände in Hessen und im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind stabil. In den meisten Revieren leben im Schnitt 15 bis 20 Hasen auf einer Fläche von 100 Hektar, in den an der Zählung beteiligten Revieren im Landkreis sind es sogar 20 bis 30 Tiere.

„Hauptsächlich ist dies auf die Bodenbeschaffenheit mit vielen Feldern und das warme Klima zurückzuführen. Deshalb ist Südhessen unser Hasen-Vorzeigegebiet“, sagt Rolf Becker vom Jagdverband.

Langes Nickerchen im Winter

Selbst der schneereiche Winter habe dem Bestand nichts anhaben können. Wenn es kalt wird, sucht sich der Hase ein ruhiges Plätzchen in einer Hecke. „Dort bleibt er hocken und reduziert den Stoffwechsel auf das Nötigste. Ähnlich wie Murmeltiere können Hasen so mehrere Wochen ausharren – und das völlig ohne Nahrungsaufnahme“, erklärt Becker.

Damit die Population konstant bleibt, müssen sich die Tiere stark vermehren. Jede Häsin bekommt zwei bis vier Junge pro Wurf, und das zwei bis vier Mal im Jahr. „Das macht eine Zunahme von 400 Prozent“, rechnet der Reinheimer Jäger Hans-Günter Uhl vor. Dennoch nimmt der Bestand nicht zu.

Hans Pürstl, Leiter der Hegegemeinschaft der Reviere Griesheim-Gräfenhausen, beobachtet einen leichten Rückgang. Gründe gebe es dafür viele: „Der Lebensraum für die Tiere wird immer kleiner. Der Hase braucht vor allem Ruhe. Aber wo hat er die heute noch?“ Immer mehr Spargelfelder würden mit Plane bedeckt. Hinzu kämen freilaufende Hunde sowie die vielen Erholungssuchenden wie Spaziergänger und Radfahrer.

Am schlimmsten seien aber die natürlichen Fressfeinde wie Füchse und Greifvögel. „Besonders gefährdet sind die Junghasen“, fährt Pürstl fort. Erst nach 13 Wochen sei ein Junghase schnell genug, um einem Fuchs zu entkommen.

Stabile Zahlen meldet Hans-Günter Uhl für die Reviere seiner Hegegemeinschaft Lichtenberg zwischen Reinheim und Neukirchen. „Aber auch bei uns fehlt der Zuwachs“, berichtet der Tierarzt, in dessen Revier nur zehn bis 15 Tiere pro 100 Hektar leben. Als Ursachen nennt er auch die Zusammenlegung von Äckern, zwischen denen es keine Hecken oder Ackerraine mehr gibt. „Da findet der Hase keine Deckung mehr.“ Negativ sei auch der Straßenbau. „Durch den Bau der Umgehung in Reinheim gibt es zahlenmäßig sicher wieder einen Ruck nach unten“, glaubt Uhl.

Sorgen müsse man sich um die Zukunft des Osterhasen dennoch nicht machen, beruhigt Rolf Becker. „Es gibt genügend Junghasen, so dass die Population auch in den nächsten Jahren stabil bleiben dürfte.“ Geschossen werden dürfen die Feldhasen schon lange nicht mehr. (ers)

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